Rebstock

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Inserat in der «Neuen Zuger Zeitung» aus dem Jahre 1879
Das Restaurant Rebstock um 2013
Visualisierung der Überbauung Rebstock, Baubeginn November 2014

Eine der ältesten Gastwirtschaften Hagendorns ist das Restaurant Rebstock an der Dorfstrasse 26. Es besteht seit 1879, als Hagendorn dank der Spinnerei und Weberei stark wuchs.


Chronologie

1878 Der Rebstock wird erstmals erwähnt: Am 15. März wird dem Anton Krieger dort ein Knabe geboren. [1]

1879 Eine «Jungfrau Michel» empfiehlt sich per Inserat als «Modenschneiderin» «zum Rebstock in Hagendorn» «für alle in ihr Fach eingeschlagenden Arbeiten». Gleichzeitig inseriert Schreinermeister Franz Josef Michel, ebenfalls «zum Rebstock», «dass ich als Schreiner hierher gezogen und empfehle mich für alle, (...) auch für Möbel- und Bau-Arbeit». [2] Bei diesen frühen Nennungen könnte aber auch nur der Hausname «Rebstock» und noch nicht das Wirtshaus gemeint sein.

1936 Marie Baumgartner-Bitzi (1914–1987) von Eschenbach LU führt den «Rebstock». Ihr Mann Paul (1913–1967), genannt Heinrich, ist Metzgermeister. Sie haben sechs Kinder. [3]

1970 Wirtin Baumgartner-Bitzi realisiert mit dem Baarer Architekten Zefferino Bigliotti (1913–2004) einen Umbau der Wirtschaft. Es werden vor allem die Sanitäranlagen erneuert. [4]

1975 Trudy Huwiler-Baumgartner (1943–2005) erhält das Wirtschaftspatent für den «Rebstock». Sie ist Mieterin der Liegenschaft und die Tochter der bisherigen Wirtin Maria Baumgartner-Bitzi. Der Betrieb weist neben der Gaststube, dem Saal, dem Sitzungszimmer noch fünf Gastzimmer auf. [5]

1985 Der neue Pächter heisst Robert Fuhrer (*1927) und ist Bauunternehmer und Wirt. [6] Für kurze Zeit war er 1978 bereits Pächter des «Leue» in Hagendorn. [7]

1994 Das Gesuch für das Wirtepatent im «Rebstock» stellt Philippe Arnold-Obrist (*1958). Er ist Bäcker, Conditor und Wirt. [8]

2009 Raphaela Bind bekommt die Bewilligung, den «Rebstock» als Raucherlokal zu führen. [9]

2014 Das Restaurant Rebstock schliesst nach 135 Jahren für immer. An seiner Stelle entstehen zwölf Wohnungen. Die Architektur der neuen Überbauung stammt vom Zuger Büro Flüeler Architektur und Baumanagement AG. Grundeigentümerin ist die BG Real Estate AG. [10] Die Vertretung der Gemeinde Cham hatte sich darum bemüht, dieses «Stück alt Hagendorn direkt an der Dorfstrasse zu erhalten», was aber nicht gelang. [11]


Einzelnachweise

  1. Neue Zuger Zeitung, 10.04.1878
  2. Neue Zuger Zeitung, 02.04.1879 (Inserate)
  3. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Rebstock, Erneuerungsgesuch vom 24.06.1974
  4. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Rebstock, Baupläne vom November 1970
  5. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Rebstock, Auszug aus dem Protokoll der Zuger Regierungsrats vom 25.11.1975
  6. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Rebstock, Gesuch vom 05.04.1986
  7. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Rebstock, Auszug aus dem Protokoll der Zuger Regierungsrats vom 17.01.1978
  8. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Rebstock, Gesuch vom 12.05.1994
  9. Gemeindeinfo, Informationen der Gemeinde Cham 39, 2010
  10. Neue Zuger Zeitung, 18.11.2014
  11. Neue Zuger Zeitung, 30.07.2014