Pfadrüti

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Das Wäldchen Pfadrüti, nördlich des Weilers Pfad, 20.04.2020


Kleines Wäldchen östlich des Quartiers Pfad. Bis ins 18. Jahrhundert hiess das Wäldchen Rütiholz und gehörte wohl zum nördlichen Teil des Städtlerwalds.


Chronologie

1462/1479 Äbtissin Verena Netstaler (gest. 1494) und der Konvent des Zisterzienserinnenklosters Frauenthal vergeben den Hof Friesencham einem Ruedi Rouber als Erblehen. In diesem Zusammenhang wird das «rutti holz by der weyd und in der Vad» erstmals schriftlich erwähnt. [1]

1777 Im Allmendplan von Friesencham von Jakob Joseph Clausner (1744–1797) wird das Waldstück als «Rüte hölzlein» bezeichnet.

1846 Die Knonauerstrasse wird ausgebaut und führt zwischen den beiden Wäldern Pfadrüti und Pfadwald durch. [2]

1887 Im Topografischen Atlas von Hermann Siegfried (1819–1879) ist die «Pfadrüti» eingetragen. Die Waldrandlinien weichen nur unwesentlich von der heutigen Begrenzung ab. Weiter südlich sind zwei noch kleinere Waldstücke eingezeichnet. Diese Waldstücke deuten die einstige Verbindung zum Städtlerwald an.

1936 Unmittelbar nördlich der Pfadrüti bauen die «Sportschützen Cham» ein neues Schützenhaus. Geschossen wird auf Scheiben, die am Waldrand aufgestellt werden. [3]

1946 Das Gebiet südwestlich der Pfadrüti wird kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entsteht am Waldrand ein Einfamilienhausquartier.

2017 Die Einwohnergemeinde Cham will einen neuen, rund 2.5 m breiten Fussweg von der 2011 erbauten Städtlerwaldbrücke zur Pfadrüti und damit zum Quartier Pfad realisieren. Die neue Verbindung ist im Langsamverkehrskonzept der Gemeinde von 2014 vorgesehen. Der Fussweg soll 40'000 Franken kosten. Ein Teil der im Quartier Pfad ansässigen Bevölkerung ist aber skeptisch und hält das Projekt für unnötig. [4]

2018 Der grösste Teil der Waldfläche, die rund 1.07 Hektaren umfasst, gehört Daniel Alois Rüttimann vom Enikerhof. Der nordöstliche Spickel beim Schützenhaus ist im Besitz des Schiesssportvereins Cham-Ennetsee. [5]


Namensgebung

Schwzdt. Pfad bedeutet «Zaun, Umzäunung, Grenzzaum». Wie die weiter südöstlich liegenden Plegi und Baregg gehört «Pfad» zu den Flurnamen, die auf Zäune und damit auf Grenzen verweisen. Dies erstaunt nicht, stiessen doch hier im Gebiet «Pfad» einst die Grenzen der Gemeinden Friesencham, Oberwil und Niederwil zusammen. Schwzdt. Rüti bedeutet «Rodung, gerodetes Waldstück». [6]


Karten

Siegfriedkarte 1887

Datei-1506 Siegfriedkarte Pfad.jpg

Siegfriedkarte, 1887, Ausschnitt Pfad


Aktueller Kartenausschnitt

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Einzelnachweise

  1. Urkundenbuch von Stadt und Amt Zug vom Eintritt in den Bund bis zum Ausgang des Mittelalters 1352–1528, 2 Bde., Zug 1952–1964. UBZG I, Nr. 1251, S. 652f.
  2. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 35.
  3. Merz, Anna, Jubiläumschronik. 400 Jahre Schiesssportverein Cham-Ennetsee 1612–2012, Zug 2012, S. 56
  4. Medienmitteilung der Einwohnergemeinde Cham, 30.10.2017. Zuger Zeitung, 13.11.2017
  5. www.zugmap.ch, Einträge Grundstücknummern 671 und 672 [Stand: 13.06.2018]
  6. Dittli, Beat, Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten, Zug 2007, Bd. 3, S. 485f.; Bd. 4, S. 133, 135