Städtlerwaldbrücke

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Die etwa 110 Meter lange und 18 Meter breite Brücke wird 2011 und 2012 als Wildtierkorridor über die auf sechs Fahrspuren ausgebaute Autobahn A4 errichtet. Seither sind die beiden zu Beginn der 1970er Jahre beim Autobahnbau getrennten Teile des Städtlerwaldes wieder miteinander verbunden. Mensch und Tier können die Autobahn gefahrlos überqueren.

Die Städtlerwaldbrücke im Bau, 11.07.2011
Betonierarbeiten, 2011
Die Hälfte der Brücke ist erstellt, 2011
Südostseite, 29.09.2019
Nordwestseite, 2019
Die Brücke ist auch für Kleintiere zu einem Lebensraum geworden
Der Weg über die Brücke, für Fussgänger und Fahrradfahrerinnen, 2019
Auf der Brücke, Blick in Richtung Süden zum Städtlerwald, 2019
Blick auf die A4 in Richtung Osten, im Hintergrund die Albiskette, 2019


Chronologie

1969–1979 Mit dem Bau der Autobahn N4a von Gisikon nach Rotkreuz, Cham, Baar und Walterswil wird der Städtlerwald in einen grossen südlichen und einen kleinen nördlichen Teil getrennt.

2005 Im anbrechenden 21. Jahrhundert setzt sich die Erkenntnis durch, mit «Vernetzungsprojekten» die im 19. und 20. Jahrhundert durch Meliorationen und Strassenbauprojekte zerstörten Landschaften wieder aufzuwerten. So auch in Cham: Im Landschaftsentwicklungskonzept LEK wird die Idee verankert, die beiden Waldgebiete nördlich und südlich der Autobahn zu verbinden. [1]

2010 Politisch ist der Brückenbau mit Wildtierkorridor nicht unumstritten. Der Bund will zunächst nur eine Fuss- und Radwegverbindung realisieren. Auch im Zuger Kantonsrat gibt es kritische Stimmen. Schliesslich stimmt der Kantonsrat aber zu. [2] Es braucht den jahrelangen Einsatz der Chamer Kantonsräte, des Vereins Lebensraum Landschaft Cham (LLC) und der Waldgenossenschaft Städtli, um das Projekt voranzutreiben. [3]

2011/2012 Mit dem Bau der Städtlerwaldbrücke können grössere und kleinere Tiere wie Rehe, Dachse, Füchse oder Maulwiesel wieder zwischen zwei Lebensräumen hin und her zu wechseln. Der Wildtierkorridor nützt aber auch den Menschen: Hündeler, Spaziergänger, Wanderer und Jogger haben nun einen direkten und einfachen Zugang vom Städtlerwald her in die nördlich angrenzende, weite Landschaft zwischen Hagendorn und dem renaturierten Bibersee.

Mit dem Bau wird im Januar 2011 begonnen. Der Rohbau ist Ende November, die ganze Brücke im Juni 2012 vollendet. Die Planung und die Bauleitung übernimmt die Emch+Berger Gruppe aus Bern. Der Objektkredit von 9.83 Millionen Franken muss nicht ausgeschöpft werden. Die Kosten von 7.5 Millionen Franken trägt der Kanton Zug zu zwei Dritteln und der Bund zu einem Drittel. Die Brücke gehört dem Bund. Zuständig für den Unterhalt ist das Bundesamt für Strassen (ASTRA). [4]

2012/2013 Die Brücke ist nicht nur ein wichtiger Wildkorridor. Sie wird auch selbst zu einem Lebensraum für Kleintiere und Insekten, die hier einen 13 Meter breiten Grünstreifen mit Wildkräutern, Gräsern sowie Ast- und Steinhaufen vorfinden. [5]


Beschreibung

«Die vorgespannte Plattenbalkenbrücke aus Stahlbeton ist ca. 110 Meter lang und 18 Meter breit. Die Brückenplatte wird von fünf durchlaufenden Unterzügen getragen. Diese liegen auf je drei Stützenpaaren auf. Am Anfang und Ende der Brücke befinden sich die Brückenwiderlager. Hier ist die Brücke auf je fünf Stahllagern abgestellt.» [6]


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Infotafel auf der Nordseite der Brücke.


Aktueller Kartenausschnitt

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Einzelnachweise

  1. Landschaftsentwicklungskonzept (LEK), Einwohnergemeinde Cham, Oktober 2005, S. 7–9, 36
  2. Medienmitteilung der Baudirektion des Kantons Zug, 11.08.2014
  3. Georg, Andreas et al., Aufwertung der Chamer Landschaft, Zehn Jahre «Lebensraum Landschaft Cham» – eine Erfolgsgeschichte in der Umsetzung 2007–2017, S. 53
  4. Neue Zuger Zeitung, 11.08.2014
  5. Brücke Städtlerwald Cham, Zwischenbericht 2013 der SKK Landschaftsarchitekten / Wildtier- und Naturschutzökologie vom 13. März 2014, S. 8–11. Neue Zuger Zeitung, 11.08.2014. Georg, Andreas et al., Aufwertung der Chamer Landschaft, Zehn Jahre «Lebensraum Landschaft Cham» – eine Erfolgsgeschichte in der Umsetzung 2007–2017, S. 54f.
  6. Informationstafel am nördlichen Ende der Städtlerwaldbrücke [Stand: 19.11.2017]