Maschinengasse 11, Holländergebäude

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Blick in den neu erbauten Holländersaal im Jahr 1913: Die Maschinen werden noch mit Transmissionen angetrieben
Die Vorstufe zum Holländer: Der Hiomak zerkleinert das Holz zu einem faserigen Brei
Die Stoffaufbereitung für die Papierproduktion: Diese wurde in den sogenannten Holländern vorgenommen, Illustration von 1937
Albert Lüthi mischt den Ganzstoff: auf einer stimmungsvollen Aufnahme von 1945

Das Holländergebäude auf dem Areal der einstigen Papierfabrik Cham hat nichts mit Holländern zu tun, sondern mit dem Papierholländer, der Zerkleinerungsmaschine für die Stoffaufbereitung vor dem Papiermachen. Das Gebäude stammt von 1913.


Chronologie

1913 Die Papierfabrik, seit einem Jahr unter neuer Führung, erstellt ein neues Gebäude für die Holländer. Der ideale Standort ist in der Nähe der Papiermaschinen PM1 und PM2, deshalb platzieren die Architekten von Locher & Cie., Zürich, das Gebäude in der Verlängerung der Maschinenhalle und direkt an der Lorze. Das Gebäude weist drei Geschosse über dem Papierholländer auf; im Norden, wo weitere Nutzungen Platz finden, ist es zweigeschossig. Die Skelettkonstruktion aus Eisenbeton ist an den Fassaden mit Zementsteinen ausgefacht. [1]

1919 Schon sieben Jahre nach der Erstellung erfolgt die Erweiterung des Gebäudes um sechs Achsen nach Süden. [2]

1980 Im Zuge der Restrukturierung und Redimensionierung sind die Papierholländer überflüssig. Sie werden durch moderne Refiner ersetzt: Diese benötigen weniger Platz, sind effizienter und laufen automatisiert. [3]

2022 Das Gebäude steht unter kantonalem Denkmalschutz. [4]


Der Papierholländer

Der Papierholländer zerfasert Lumpen, Hadern oder Zellulose als Vorbereitung für die Papierherstellung. Diese verkleinerten Fasern werden gemahlen und zu einem Brei gemischt, dem sogenannten Ganzstoff. Die Maschine wird in der Kurzform Holländer genannt und in Cham ab 1780 eingesetzt. [5]


Würdigung

Die Denkmalpflege des Kantons Zug billigt dem Holländergebäude gleich mehrfach hohe Bedeutung zu: «Zusammen mit dem Kalanderbau (Ass. 30c), dem Gebäude für die PM1 und 2 (Ass. 30e) und dem Fabrikbau für die PM 3 und 4 (Ass. 31a) bildet es die lange Fabrikfront am östlichen Lorzenufer und prägt den Flussraum wesentlich.» Die Denkmalpflege misst dem Gebäude «als frühen Vertreter des bewehrten Betonbaus mit funktionaler Architektur hohe Bedeutung» bei. [6]


Aktueller Kartenausschnitt

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Einzelnachweise

  1. Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug, Inventarblatt Holländergebäude, Ass.-Nr. 31b [Stand: 20.08.2019]
  2. Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug, Inventarblatt Holländergebäude, Ass.-Nr. 31b [Stand: 20.08.2019]
  3. Orsouw, Michael van, Der Zellstoff, auf dem die Träume sind. 350 Jahre Papieri Cham, Cham 2007, S. 23
  4. Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug, Inventarblatt Holländergebäude, Ass.-Nr. 31b [Stand: 20.08.2019]
  5. Vgl. Anmerkung 1 (van Orsouw), S. 23
  6. Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug, Inventarblatt Holländergebäude, Ass.-Nr. 31b [Stand: 20.08.2019]