Mööslimattstrasse, Reihenhäuser

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Eine kleine Arbeitersiedlung bis zum Abbruch im Jahr 2007: die Reihenhäuser an der Mööslimattstrasse (undatiert, vor 1980)
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Mööslimattstrasse, 2018

Im Stil der Gartenstadt errichtete die Papierfabrik 1927 Reihenhäuser für Arbeiter und ihre Familien. Die grossen Gärten dienten dazu, dass die Belegschaft Wurzeln schlagen und den Speisezettel um frisches Gemüse ergänzen konnte. Zusammen mit weiteren Bauten der Papierfabrik entstand in dieser Gegend eine Art «Papieri-Dörfli».


Chronologie

1898 Der Engländer Ebenezer Howard (1850–1928) erfindet die «Gartenstadt». Das Garden-City-Modell sieht die Neugründung von gesunden, begrünten Städten auf dem Lande vor. Die Gartenstadt sollte die Vorteile der Grossstadt (wie gute Arbeitsmöglichkeiten, Kultur- und Bildungseinrichtungen) und die des Landes (wie frische Luft, Platz und die Nähe zur Natur) vereinigen. Die Reihenhaussiedlungen sollten glückliche Menschen hervorbringen, die solidarisch und gesund lebten. [1]

1927 Der Chamer Baumeister Wilhelm Hauser (1874–1943) erstellt im Auftrag der Papierfabrik in der Möslimatt zwei Zeilen mit insgesamt zehn Arbeiterreihenhäusern. [2] Anders als der Genossenschaftssozialist Howard gibt sich die Chamer Papierfabrik pragmatisch. Sie will ihrer Belegschaft günstigen und guten Wohnraum bieten, damit diese sich niederlassen und Familien gründen kann – auf diese Weise will sie die Fluktuation in der Arbeiterschaft senken. Die zehn Reihenhäuser an der Mööslimattstrasse erfüllen diese Bedingungen und sind während 80 Jahren beliebte Wohnstätten.

1949 Die Reihenhäuser werden um Holzschöpfe ergänzt. [3]

1982 Die Reihenhäuser erhalten neue Vordächer.

2007 Die Reihenhäuser sind in die Jahre gekommen und bieten eine geringe Ausnützung des Bodens. Deshalb müssen sie Neubauten weichen und werden abgerissen. [4]


Einzelnachweise

  1. Posener, Julius, Ebenezer Howard, Gartenstädte von morgen, Das Buch und seine Geschichte, Berlin 1968
  2. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 130
  3. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 130
  4. Cham Paper Group, Geschäftsbericht 2007, S. 26