Locher-Hürlimann Anna (1889–1975)

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Anna Locher-Hürlimann war die tüchtige Gattin des Eisenwarenhändlers Edmund Locher (1877–1953). Sie führten erfolgreich am Bärenplatz in Cham ihr Eisenwaren- und Haushaltsgeschäft und hatten vier Kinder. Sie war eine der ersten Frauen in Cham, die Auto fahren konnte.

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Vorname: Anna
Nachname: Locher-Hürlimann
Geschlecht: weiblich
Geburtsdatum: 19. Oktober 1889
Geburtsort: Zug ZG
Todesdatum: 1975
Todesort: Cham ZG
Beruf: Unternehmerin, Familienfrau



Die 20-jährige Anna Locher-Hürlimann, 1909

Stationen

1889 Anna Hürlimann kommt am 19. Oktober in Zug als erste Tochter in einer Bäckersfamilie zur Welt. Schon als Kind muss sie im elterlichen Betrieb arbeiten, etwa in dem sie die Kundschaft beliefern muss. Als Hilfsmittel steht ihr der Leiterwagen zur Verfügung, der von einem Sennenhund gezogen wird. [1]

1909 Anna Hürlimann heiratet den neu nach Cham gekommenen und aus Appenzell Innerrhoden stammenden Edmund Locher (1877–1953), der am Chamer Bärenplatz sein Eisenwarengeschäft eröffnet. [2]

1910 Sohn Edy kommt zur Welt. Er wird später berühmt als erfolgreicher Geschäftsmann, unter anderem ist er der Gründer der Juvena. [3]

1912 Tochter Anna Klara («Klärli» genannt) kommt zur Welt. Sie lebt ein solch bemerkenswertes Leben, dass sogar ein Buch darüber verfasst wird. [4]

1914 Sohn Werner kommt am 22. Oktober zur Welt. [5] Er wird später das elterliche Eisenwarengeschäft am Bärenplatz übernehmen.

1917 Tochter Elsi wird am 13. Januar geboren. [6] Sie wandert später nach Argentinien aus.

vor 1920 Anna Locher soll die erste und lange Zeit die einzige Frau im Kanton Zug gewesen sein, die selber Auto fährt. [7]

1940 Anna und Edmund Locher ziehen in das neu erbaute Haus am See, ins Riedhüsli. [8] Die Eisenwarenhandlung am Bärenplatz führt Sohn Werner (1914–2001) mit seiner Frau Josy (geborene Werder) weiter.

1975 Anna Locher-Hürlimann stirbt im Alter von 86 Jahren. Sie litt an Magenkrebs und Blutarmut, zudem hatte sie einen Schlaganfall. [9]


Charakterisierung

Anna Locher-Hürlimann «wuchs zu einer schönen, tüchtigen und resoluten Frau heran, die allen Situationen gewachsen war. Später ging sie ihrem Mann mit Hingabe und zäher Zielstrebigkeit zur Hand, dirigierte nebenbei den Haushalt und nähte als begabte Schneiderin die meisten Kleider ihrer vier Kinder selbst.» [10] Ihre Enkelkinder erlebten die Grossmutter als «gestrenge, oft schroffe Frau, die meistens etwas an ihnen auszusetzen hatte.» [11]


Einzelnachweise

  1. Montani, Clairelise, Sei lieb mit Klärli, Norderstedt 2017, S. 2
  2. Montani, Clairelise, Sei lieb mit Klärli, Norderstedt 2017, S. 1
  3. Orsouw, Michael van, König der Crèmes, in: NZZ Geschichte 14, 2018, S. 56–61
  4. Montani, Clairelise, Sei lieb mit Klärli, Norderstedt 2017
  5. Freundliche Mitteilung von Clairelise Montani und August Sidler, 13.10.2018
  6. Freundliche Mitteilung von Clairelise Montani und August Sidler, 13.10.2018
  7. Montani, Clairelise, Sei lieb mit Klärli, Norderstedt 2017, S. 65
  8. Montani, Clairelise, Sei lieb mit Klärli, Norderstedt 2017, S. 222
  9. Montani, Clairelise, Sei lieb mit Klärli, Norderstedt 2017, S. 554
  10. Montani, Clairelise, Sei lieb mit Klärli, Norderstedt 2017, S. 2
  11. Montani, Clairelise, Sei lieb mit Klärli, Norderstedt 2017, S. 270