Gibel

Aus Chamapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Erhöhung mit Blick in Richtung Norden, 02.05.2020
Die Apfelplantage auf dem Gibel, 03.05.2020
Blick von der Sinserstrasse in Richtung Osten, 03.05.2020


Die sanfte Moränenkuppe auf 439 m ü.M. liegt südöstlich von Lindencham und nördlich des Landguts Hammer am westlichen Rand des Lorzentales. Seit dem Spätmittelalter wird sie «Gibel» genannt. Beim Bau der Autobahn A4 wird 1970 der nördliche Teil des Hügels abgetragen.


Chronologie

1350 In einer Urkunde wird der «Gÿbel» erstmals erwähnt. [1]

1687 Sicher im späten 17. und im frühen 18. Jahrhundert wird am Gibel auch Weinbau betrieben: Hier befindet sich der «linden chameren räb berg», also das Rebland der Gemeinde Lindencham. [2]

1770/1773 In der Vogteienkarte von Franz Fidel Landtwing (1714–1872) und Jakob Joseph Clausner (1744–1797) ist der «Gibel» eingezeichnet.

1887 Im Topografischen Atlas von Hermann Siegfried (1819–1879) wird die Höhe des Gibels mit 445 m ü.M. geführt. Erst auf der 1956 publizierten Landeskarte (Blatt 1131 Zug) werden 439 m ü.M. angegeben.

1970–1974 Der Bau der Autobahn N4 (heute A4) bis Cham Plegi verändert die Kulturlandschaft zwischen Lindencham und dem Landgut Hammer. Beim Autobahnbau von 1970 muss der nördliche Teil des Moränenhügels der neuen Fahrbahn weichen. Auch der Hof Neuguet von Emil Villiger (1904–1981) nordwestlich des Gibels muss für die Autobahn weichen. [3] Der Hof wird 1972/1973 westlich des Streckiwäldlis neu aufgebaut. [4]

Am 15. Oktober 1974 wird das Autobahn-Teilstück von Gisikon LU bis Cham Plegi eröffnet.

2020 Die gesamte Grundstück südlich der Autobahn mit dem Gibel – rund 8.7 Hektaren mit Wiesen und Intensivkulturen – gehört der Seewarte Agrar AG. [5]


Namensgebung

Schweizerdeutsch Gibel («Dachgiebel») bezeichnet – übertragen auf Geländeformen – giebelartige Anhöhen oder Hügel. Im Raum Ennetsee sind es meist sanfte, flache Anhöhen. Rund um den Gibel kommen weiter die Flurnamen Gibelacher, Gibelfeld, Gibelgass, Gibelland, Gibelweid, Gibelholz und Gibelwäldli vor. [6]


Video

Karten

Siegfriedkarte 1887

1507 Siegfriedkarte 1887 Ausschnitt Lindencham.jpg

Siegfriedkarte aus dem Jahre 1887, Ausschnitt Lindencham, die Erhöhung Gibel bei Punkt 445 m ü.M.


Aktueller Kartenausschnitt

Die Karte wird geladen …



Einzelnachweise

  1. Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Abteilung 1, Urkunden, Bd. 3, Nr. 874
  2. Staatsarchiv Zug, Hypothekenbücher Bd. 19, S. 76. Dazu auch Dittli, Beat, Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten, Zug 2007, Bd. 3, S. 205, 391
  3. Freundliche Mitteilung von Bruno Werder, Cham, 19.06.2020
  4. Dittli, Beat, Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten, Zug 2007, Bd. 3, S. 409
  5. www.zugmap.ch, Einträge Grundstücknummer 3130 [Stand: 19.06.2020]
  6. Dittli, Beat, Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten, Zug 2007, Bd. 2, S. 245–249