Frauentalerwald

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Der Frauentalerwald in einer Panoramaaufnahme, 24.04.2020


Der langgezogene Wald, der sich von Hagendorn bis hinauf zum Hof Wannhäusern erstreckt, gehört seit dem 13. Jahrhundert zum Besitz des Zisterzienserinnenklosters Frauenthal. Im 16. und 17. Jahrhundert erscheint der Wald auch als Frauentalerholz.

Frauentalerwald, Ostseite beim Kloster Frauenthal mit Blick in Richtung Norden, 03.06.2019
Fuss- und Veloweg Abschnitt «Über Stock und Stein»
Gerodetes Waldstück im nördlichen Teil, 05.04.2020
Blick Richtung Hagendorn, rechts auffällig das Dach der Fensterfabrik Baumgartner, 23.04.2020


Chronologie

um 1240 Gemäss der urkundlichen Überlieferung schenken Freiherr Ulrich von Schnabelburg (erwähnt zwischen 1223 und 1253) und Graf Ludwig von Frohburg zu nicht mehr genau eruierbaren Zeitpunkt zwischen 1231 und 1245 einigen frommen Schwestern (Beginen) von Hausen am Albis Land und Waldgebiete an der Lorze zwischen Cham und Maschwanden. Die Klostergründung von Frauenthal wird in den frühen 1240er-Jahren vermutet. [1]

1523 In einer Beschreibung der Gerichtsgrenze (Gemeindegrenze) zwischen Cham und Hünenberg wird das Frauentalerholz erstmals schriftlich erwähnt: «nider an den graben Jn waldt, Jn das frowenthaler holtz, und dem graben nach nider zwüschendt dem Frowen holdtz unnd dem waldt von hunenberg bis gan wannen hüsseren.» [2]

1717 Im Zehntenplan des Klosters Frauenthal ist der «Frauenthaler-Wald» eingezeichnet.

1770/73 In der Vogteienkarte – der ältesten, detailgetreu gezeichneten Karte mit einem Teil des heutigen Kantons Zug – der beiden Kartografen Franz Fidel Landtwing (1714–1872) und Jakob Joseph Clausner (1744–1797) ist der Frauentalerwald eingetragen.

1887 Im Topografischen Atlas von Hermann Siegfried (1819–1879) ist der Frauentalerwald vermerkt. Die Ausdehnung der Waldfläche entspricht, vor allem im nördlichen Teil, schon weit gehend den heutigen Verhältnissen. Der Waldgraben, ein kleiner Bachlauf, bildet die Grenze zum Schachen- resp. zum Herrenwald in der Gemeinde Hünenberg.

ca. 1930–ca. 1980 Die Waldfläche ist nicht geschlossen. Einzelne baumfreie Bänder ziehen sich von Nord nach Süd respektive von Ost nach West durch den Wald. [3]

2018 Der Frauentalerwald ist noch heute im Besitz des Zisterzienserinnenklosters Frauenthal. [4]


Anekdote

In Hünenberg bei der Metzgerei Limacher an der Chamerstrasse wird Mitte Juli 2012 eine zwei Meter grosse, braun gebrannte Riesenbratwurst aus Kunststoff gestohlen. Die Deliktsumme liegt bei rund 3000 Franken.[5] Einige Tage später wird das gestohlene Werbeobjekt im Frauentalerwald von einer Spaziergängerin entdeckt. [6]


Der Sommersturm von 1992

Als Zeuge der gewaltigen Kräfte des Sommersturms vom 21. Juli lassen die Förster diese mächtige Tanne im Frauentalerwald stehen (Dezember 1992)


Video


Karten

Zehntenplan Kloster Frauenthal, 1717

1507 Kloster Frauenthal Zentenplan 1717.jpg


Siegfriedkarte, 1887

1507 Siegfriedkarte 1887 Ausschnitt Frauenthal.jpg


Aktueller Kartenausschnitt

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Einzelnachweise

  1. Gruber, Eugen / Sommer-Ramer, Cécile, Frauenthal, in: Helvetia Sacra, Abteilung III, Bd. 3, Zweiter Teil, Bern 1982, S. 709
  2. Bürgerarchiv Zug, A 39.26.0, Ratsprotokolle der Stadt Zug 1471–1623, fol. 23v
  3. map.geo.admin.ch, Luftbilder 1931, 1942 und 1965 [Stand: 08.12.2018]
  4. www.zugmap.ch, Einträge Grundstücknummern 1107–1108, 1111 [Stand: 08.12.2018]
  5. Medienmitteilung der Zuger Polizei, 20.07.2012
  6. Neue Zuger Zeitung, 25.07.2012