Burri-Walser Robert (1867–1952)

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Robert Burri-Walser wuchs in Cham als Sohn des Posthalters und Sekundarlehrers auf und wurde schweizweit zum führenden Pionier der Milch- und Molkereibakteriologie, der es zu Ehrendoktoren, Professorentiteln und sogar zum Präsident des Milchwirtschaftlichen Weltverbandes brachte.

Portrait von Burri-Walser Robert (1867–1952)
Portrait von Burri-Walser Robert (1867–1952)

Vorname: Robert
Nachname: Burri-Walser
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 13. Juli 1867
Geburtsort: Cham ZG
Todesdatum: 16. Mai 1952
Todesort: Bern BE
Beruf: Bakteriologe, Hochschullehrer
VIAF: 
Kennung des Eintrags zur Person im «Virtual International Authority File (VIAF)».
81449012
HLS: 
Kennung des Eintrags zur Person im «Historischen Lexikon der Schweiz (HLS)».
032078
GND: 
Kennung des Eintrags zur Person in der «Gemeinsamen Normdatei (GND)».
137228848
Wikidata: 
Kennung des Eintrags zur Person bei «Wikidata».
Q2156651



Robert Burri, Wissenschaftler der Milch- und Molkereibakteriologie

Stationen

1867 Robert Burri (1867–1952) kommt am 13. Juli in Cham zur Welt. Er ist der Sohn von Sekundarlehrer und Posthalter Jost (1834–1896) und der Maria, geborene Bär. Und er ist der Bruder von Philipp Burri (1866–1905), der später Posthalter wird, und von Fritz Burri (1863–1935), der Gemeinderat wird. Robert besucht die Primarschule in Cham.

1886 Robert Burri schliesst die Kantonsschule in Zug mit der Matura ab. [1]

1886–1889 Der naturwissenschaftlich interessierte Burri lässt sich zum Fachlehrer naturwissenschaftlicher Richtung am Eidgenössischen Polytechnikum Zürich ausbilden.

1891–1895 Burri geht in die Forschung: Er wird Assistent an der Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt im deutschen Bonn. Er stellt erste bakteriologische Untersuchungen über das Rheinwasser an, mit denen er 1893 an der Universität Zürich promoviert.

1895–1899 Der junge Doktor kehrt in die Schweiz zurück. Er wirkt als Assistent an der agrikulturchemischen Versuchsanstalt Zürich.

1897 Burri heiratet Emilie Walser. Im gleichen Jahr avanciert er zum Privatdozent für landwirtschaftliche Bakteriologie.

1899 Im jungen Alter von 32 Jahren wird Robert Burri Leiter des neu geschaffenen landwirtschaftlich-bakteriologischen Laboratoriums am Polytechnikum in Zürich (bis 1907)

1904 Robert Burri kann bakteriologisch nachweisen, dass die als «Faulbrut» bekannte Bienenkrankheit eigentlich zwei verschiedene Krankheiten sind: Sowohl die Faulbrut wie die Sauerbrut werden beide von spezifischen Erregern ausgelöst. [2]

1907 Eine neue Aufgabe in der Hauptstadt lockt: Burri wird Vorsteher der Schweizerischen milchwirtschaftlichen und bakteriologischen Anstalt in Liebefeld bei Bern.

1912 Robert Burri untersucht die konservierende Wirkung von Natriumcitrat auf Lebensmittel. Dabei teilt er seine ermutigenden Forschungsergebnisse mit der Firma Gerber, die aufgrund Burris Forschungen endlich schmackhaften und haltbaren Schmelzkäse herstellen kann. Eine Erfolgsgeschichte nimmt ihren Anfang. [3]

1923 Die Universität Syracuse in New York verleiht dem in Cham aufgewachsenen Robert Burri den Ehrendoktortitel Dr. sc. h.c. (Dr. sc. für lat. scientiarum agrariarum = Doktor der Agrarwissenschaften; h.c. für lat. honoris causa = ehrenhalber). [4]

1934 Gleich zwei Ehrungen werden Burri zuteil: Die Universität Bern verleiht ihm ebenfalls den Ehrendoktor, diesmal der Tiermedizin, er wird Dr. med. vet. h.c.. Der Schweizerische Verein analytischer Chemiker ernennt ihn ebenfalls zu seinem Ehrenmitglied. [5]

1945 Als Krönung seiner wissenschaftliche Karriere wird der in Cham aufgewachsene Robert Burri Präsident des Milchwirtschaftlichen Weltverbandes. Er gilt als «Pionier der Milch- und Molkereibakteriologie».

1946 Robert Burri leitet den vierten internationalen Mikrobiologen-Kongress in Kopenhagen. [6]

1952 Robert Burri stirbt in Bern am 16. Mai, zwei Monate vor Vollendung seines 85. Lebensjahres.


Seine Verdienste

Robert Burri «entwickelte mehrere wissenschaftliche Methoden, wie zum Beispiel das Tuscheverfahren zur mikroskopisch kontrollierten Herstellung bakterieller Einzelkulturen, das Ausstrichverfahren im Reagenzglas für Anaerobier und den anaeroben Verschluss von Reagenzgläsern.» [7] Daneben publizierte er wichtige Arbeiten über Bienenkrankheiten. So leistete er einen entscheidenden Beitrag zur Entdeckung des Erregers der Sauerbrut. [8]


Ein Auswahl wichtiger Werke

  • Bakteriologische Forschungen über die Faulbrut, in: Schweizerische Bienen-Zeitschrift 1904, S. 335–342, 360–365
  • Bakteriologische Untersuchungen über die Faulbrut und Sauerbrut der Bienen, Aarau 1906
  • Das Tuscheverfahren als einfaches Mittel zur Lösung einiger schwieriger Aufgaben der Bakterioskopie, Jena 1909
  • Die Molkenlimonade, Hildesheim 1913
  • Die Selbsterhitzung lagernder Pflanzenmassen mit besonderer Berücksichtigung von Heu und Emd, Luzern 1919
  • Silofutter und Käsebereitung, Schaffhausen 1924
  • Ist „Emmentaler“ Gattungs- oder Herkunftsbegriff?, Schaffhausen 1930
  • Die städtische Milchversorgung in Nordamerika, Schaffhausen 1932
  • Neue Untersuchungen über den Erreger der Sauerbrut der Bienen, Aarau 1941
  • Weitere Beobachtungen über Formwandlungen beim Erreger der Sauerbrut der Bienen, Aarau 1943


Einzelnachweise

  1. Robert Burri, in: Archiv für Agrargeschichte, http://www.histoirerurale.ch/pers/personnes/Burri,_Robert_(1867_1952)__DB627.html [Stand: 13.07.2018]
  2. www.agroscope.admin.ch [Stand: 13.07.2018]
  3. Capus, Alex, Patriarchen – zehn Porträts, München 2006, S. 157f.
  4. Robert Burri, in: Archiv für Agrargeschichte, http://www.histoirerurale.ch/pers/personnes/Burri,_Robert_(1867_1952)__DB627.html [Stand: 13.07.2018]
  5. Robert Burri, in: Archiv für Agrargeschichte, http://www.histoirerurale.ch/pers/personnes/Burri,_Robert_(1867_1952)__DB627.html [Stand: 13.07.2018]
  6. Robert Burri, in: Archiv für Agrargeschichte, http://www.histoirerurale.ch/pers/personnes/Burri,_Robert_(1867_1952)__DB627.html [Stand: 13.07.2018]
  7. Steffen Gerber Therese, Robert Burri, in: Historisches Lexikon der Schweiz
  8. Fluri, Peter, Die Liebefelder Bienenforschung – ein Rückblick, Zum 90-Jahr-Jubiläum der Eidg. Forschungsanstalt für Milchwirtschaft, Bern 1991, S. 1f.