Untermühlestrasse, Kraftwerk Untermühle

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Das Stauwehr bei der Untermühle für das Kraftwerk der Papierfabrik wird erstellt, 1897
Idyllische Arbeitswelt in der Untermühle, undatiert (um 1900)
Die Untermühle mit dem Kraftwerk, undatiert (um 1920
Das Kraftwerk, undatiert (um 1920)
Untermühle mit Kraftwerk, undatiert (1970er-Jahre)
Kleinkraftwerk Untermühle, 09.02.2022
Kleinkraftwerk Untermühle mit Bibertreppe (rechts), 09.02.2022

Bis 1898 war die Untermühle als Mühle in Betrieb. Dann wurde die Wasserkraft der Lorze in diesem Bereich dazu genutzt, um mit eigenem Kraftwerk Elektrizität zu produzieren – bis heute.


Chronologie

1887 Der Besitzer der Papierfabrik Cham, Carl Vogel-von Meiss (1850–1911), kauft für 153'000 Franken die Untermühle. [1] Ihm geht es damals um die übertragbare Wasserkraft sowie um die Wohnungen für die Arbeiterschaft. Die Leitung der Untermühle Cham übernimmt der Zuger Müller Johann Michael Stadlin (1845–1909).

1888 Bereits ein Jahr nach dem Kauf stellt die Papierfabrik Cham beim Regierungsrat des Kantons Zug das Gesuch, eine neue «Wasserwerkanlage» zu erstellen. [2] Damit ist der Fokus des neuen Besitzers klar: Er will die Lorzenstufe bei der Untermühle zur Elektrizitätsgewinnung nutzen.

1897 Der Mühlenbetrieb in Cham schliesst, denn die verkehrstechnisch besser gelegene Untermühle Zug entsteht, die Johann Michael Stadlin mitgegründet hat. Die Untermühle Cham ist fortan nur noch ein Wasserkraftwerk im Dienste der Papierfabrik Cham, das übertragbare Elektrizität produziert. [3] Das Betriebsgebäude (Ass.-Nr. 153a) des neuen Kraftwerks ist freistehend und an der Strasse nach Friesencham platziert. Zusammen mit dem grossen Mühleweiher entsteht eine idyllische Situation im Lorzental. [4]

1985 Das Turbinenhaus wird renoviert. [5]

2002 Die Papierfabrik Cham verkauft das Untermühle-Kraftwerk der WWZ AG (vormals Wasserwerke Zug AG). [6] Die Schlüsselübergabe findet am 4. September statt. [7]

2010 Die WWZ AG modernisiert das Kraftwerk mit Hilfe der Firma Hydro-Solar Engineering AG, baut eine neue Kaplan-Rohrturbine ein und erstellt beim Stauwehr eine Fischtreppe. Die gewonnene Elektrizität – fast die doppelte Menge wie vor dem Umbau – speist die WWZ AG in das Stromnetz ein. [8] Dank einer Fallhöhe von sechs Metern erzeugen die 12 Kubikmeter Wasser pro Sekunde eine maximale Leistung von 650 Kilowatt. Damit können rund 130 Haushalte versorgt werden. [9]

2018 Bei der Untermühle wird die erste Biberrampe der Zentralschweiz realisiert. Die Finanzierung übernehmen die WWZ, der Lorzenstromfonds, Pro Natura Zug, «Hallo Biber Zentralschweiz» und die Einwohnergemeinde Cham. [10]

2022 Das Turbinenhaus ist im Inventar der schützenswerten Denkmäler der Gemeinde Cham enthalen. [11]


Die technischen Daten

Turbine

  • Wassermenge – 12 Kubikmeter pro Sekunde.
  • Turbinentyp – fünfflügelige Kaplan-S-Rohrturbine.
  • Laufraddurchmesser – 1600mm.

Getriebe

  • Getriebetyp – Stirnradgetriebe.
  • Übersetzung – 180 min-1 (Turbine), 1000 min-1 (Generator)

Generator

  • Typ – Synchron, luftgekühlt
  • Spannung – 400 Volt
  • Nennleistung – 730 kVA
  • Gewicht – 3300 kg [12]


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Einzelnachweise

  1. Zuger Neujahrsblatt 1961, S. 40
  2. Zuger Volksblatt, 07.04.1888
  3. Zuger Neujahrsblatt 1961, S. 40. Morosoli, Renato, Johann Michael Stadlin, https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/041178/2010-08-18/ [Stand: 01.03.2019]
  4. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 273
  5. Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug, Inventarblatt Turbinenhaus Untermühlestrasse [Stand: 24.03.2022]
  6. Industriekultur Schweiz, Objekt 6330-02-2
  7. Gedenktafel im Innern des Kraftwerks
  8. Industriekultur Schweiz, Objekt 6330-07-2
  9. Zuger Zeitung, 13.01.2010
  10. Zuger Zeitung, 07.02.2018
  11. Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug, Inventar der schützenswerten Denkmäler der Gemeinde Cham, Grundstücknummer 496 [Stand: 04.10.2022]
  12. Schemazeichnung WWZ im Innern des Kraftwerks