Schiess Robert (1896–1956)

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Robert Schiess an der Arbeit
Selbstporträt: Robert Schiess als Schweizergardist
Bei der Arbeit im Vatikan
Robert Schiess mit Familie
Kopien von Bildern der Kommandanten Schweizer Garde im Singsaal des Schulhauses Kirchbühl
Zimmer Kommandant Schweizer Garde, Rom, mit Bildern der Kommandanten

Robert Schiess (1896–1956) war ein Chamer Maler und Schweizergardist. Er fungierte als Gardemaler in Rom und hinterliess ein reichhaltiges Oeuvre.

Stationen

1896 Robert Schiess wird an der Schulhausstrasse in Cham geboren. Er absolviert die Schulen in Cham, besucht danach die Kunstgewerbeschule in Luzern und lernt Flachmaler in Altdorf. Er macht Studienreisen nach Paris, München und Wien.

1921 Die entscheidende Reise seines Lebens führt mit dem Fahrrad und der Zither nach Rom, «wo er sich dank seinem gepflegten Zitherspiel in die päpstliche Schweizer Garde einführte». [1]

1923 Während vier Jahren wirkt Schiess als Schweizergardist im Vatikan. Er gilt intern als Dekorationsmaler der Garde. [2]

1928 Schiess begleitet den ungarischen Porträtmaler Philip Alexius de László (1869–1937) nach England und an den ägyptischen Hof nach Kairo.

1933 Rückkehr nach Rom. Schiess schliesst sich wiederum der Schweizergarde an. Er avanciert vom Dekorations- zum Kunstmaler, porträtiert dabei alle Gardekommandanten und malt auch Papst Pius XII. (1876–1958). Er fertigt auch Auftragsbilder für wohlhabende Bürger und entwickelt sich zu einer «Persönlichkeit eigenwilliger Prägung». [3]

1952 Schiess wird in Rom pensioniert als Korporal der Schweizergarde.

1953 Dank eines Gönners kann Schiess nach Amerika reisen, um seine Geschwister zu besuchen. Danach lässt er sich in Lacco Ameno auf der Insel Ischia nieder.

1955 Robert Schiess heiratet im fortgeschrittenen Alter.

1956 Schiess stirbt am 27. Dezember auf Ischia an seinem Leberleiden.

2016 Der Verein Kunstkubus Cham ehrt den Künstler mit einer grossen Gedenkausstellung im Kunstkubus sowie in Mandelhof Cham. [4]

Schiess und Cham

Der gebürtige Chamer Künstler war weit gereist und weilte nur ferienhalber in Cham. Die Chamerinnen und Chamer wussten, dass Robert Schiess in Cham zu Besuch war, wenn vor seinem Elternhaus ein Auto mit italienischem Nummerschild und ROMA stand. [5]

Einschätzung des Werks

«Die Bedeutung von Schiess' Oeuvre geht weit über die Maltechnik oder den monetären Wert der einzelnen Gemälde hinaus. Obschon die Qualität der Bilder von einer routinierten Hand, einem sicheren Pinselstrich sowie einem ausgeprägten historischen Verständnis zeugen, so mag Robert Schiess in den Augen manchen Kunstkenners zwar «nur» ein Dekorations- und Auftragsmaler geblieben sein. Aber der ideelle Wert seines hinterlassenen Werkes ist umso grösser, ist es doch einerseits für den Kanton Zug und besonders für die Gemeinde Cham gewissermassen identitätsstiftend.» [6]

Dokumente

Laudatio von Ignaz Staub, Cham, anlässlich der Vernissage der Ausstellung im Mandelhof Cham

Fotogalerie

Bilder von Robert Schiess in den Räumlichkeiten der Schweizer Garde in Rom

Einzelnachweise

  1. Zugersee-Zeitung, 04.01.1957
  2. Zuger Zeitung, 12.10.2016
  3. Zugersee-Zeitung, 04.01.1957
  4. Zuger Zeitung, 12.10.2016
  5. Zugersee-Zeitung, 04.01.1957
  6. Zuger Zeitung, 12.10.2016