Rickli-Reggiori Claire (1922–2015)

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Portrait von Rickli-Reggiori Claire (1922–2015)
Portrait von Claire Rickli-Reggiori (1922–2015)

Vorname: Claire
Nachname: Rickli-Reggiori
Geschlecht: weiblich
Geburtsdatum: 25. November 1922
Geburtsort: Cham ZG
Todesdatum: 14. Mai 2015
Todesort: Cham ZG

Claire Reggiori, die Tochter des Chamer Bauunternehmers Emil Reggiori, war zuerst mit Fredy Schwab verheiratet, liess sich aber von ihm scheiden. Sie heiratete den Apotheker René Rickli und wohnte ab 1953 in Olten.



Claire (rechts) holt sich beim berühmten Dirigenten Wilhelm Furtwängler (1886–1954) ein Autogramm, 1949
Claire Rickli in der Apotheke in Olten, sitzend, 1967
Claire Rickli-Reggiori (rechts) mit ihrem Mann René (1909–2013) und Tochter Claudia (links) in der Apotheke in Olten, 1978
Mit Bruder Angelo Reggiori beim Jubiläum des Baugeschäfts, 1987
Clarie Rickli (vorne) mit Elisabeth Conrad-Scheitlin, die ebenfalls in Cham aufgewachsen war
Mit Schwägerin Rita Reggiori-Käppeli im Garten, 1995
Auf einer Reise in Schweden, 2001
Mit Ehemann René Rickli, 2003


Stationen

1922 Am 25. November kommt Clara Emilia Reggiori in Cham zu Welt. Sie ist das dritte von fünf Geschwistern. Ihre Eltern sind Theres (1891–1985) und Emil (1887–1978) Reggiori-Dogwiler, die in Cham ein Baugeschäft führen – er ist Italiener, sie Chamerin. Schon früh wird Claire mit hartem Alltag und langen Arbeitszeiten vertraut. Bald einmal zeichnet sich ab, dass hier ein Mensch mit vielen Talenten und grosser Leistungsfähigkeit heranwächst. Von Beginn an bringt Claire Bestnoten nach Hause und wird dafür von ihrer Grossmutter und von ihrer Gotte jeweils mit einem Zweifränkler oder Fünfliber belohnt, einem damals respektablen Batzen. [1] Wie ihr Vater Emil, der ein passionierter Jäger ist, besitzt Claire eine grosse Liebe zur Natur und eine ausgeprägte Beobachtungsgabe. Sie kann stundenlang in freier Natur Flora und Fauna studieren. [2]

1933 Vater Emil Reggiori lässt sich und seine Familie einbürgern, damit wird auch Claire Bürgerin von Cham. [3]

1939 Sie besucht die Handelsschule und schliesst 1941 das Handelsdiplom mit Bravour ab. Danach findet sie eine Anstellung bei Doetsch-Grether in Basel als Direktionsassistentin, wo sie sowohl ihre buchhalterischen Fähigkeiten als auch Fremdsprachen-Kenntnisse über mehrere Jahre erfolgreich umsetzen kann. Später erzählt sie, wie man dank des damals modernen Telefax mit Übersee korrespondieren konnte und wie fasziniert sie war von diesen Kontaktmöglichkeiten mit der ganzen Welt. [4]

1942 Leider werden Claire Rickli und ihre Familie von schweren Schicksalsschlägen nicht verschont. So muss sie aus nächster Nähe mit ansehen, wie ihre älteste Schwester Marily an der Geburt ihrer Tochter Monica verstirbt. Als Folge davon muss Claire Rickli in noch ganz jungen Jahren einen Säuglingskurs besuchen und sich in den ersten Lebensjahre von Monica kümmern, was sie mit grossem Engagement tut. [5]

1939 Auch die Zeit des Zweiten Weltkriegs fordert ihren Tribut – einen bereits fest terminierten Meisterkurs für Violine kann Claire Rickli nicht wahrnehmen, nachdem sie während ihres Welschlandaufenthalts bei einem Geigenlehrer ein konzertreifes Niveau erlangt hatte. Diesen Verzicht bedauert sie ihr Leben lang. [6]

1947 Claire Reggiori heiratet den lebenslustigen Chamer Fredy Schwab. Das Ehepaar Schwab-Reggiori wohnt mit Schwabs Schwester Yvonne und seinem Schwager René Rickli (1909–2013) im Gretenerhaus am Kirchenplatz. Claire arbeitet bei René Rickli in der renommierten Alten Suidter‘schen Apotheke in Luzern, verliebt sich in ihn, so dass sich beide Paare scheiden lassen. [7]

1952 Schwer trägt die ganze Familie am frühen Tod des ältesten Sohnes Emil, verursacht durch einen Autounfall am Ägerisee; Emil junior ist damals 38-jährig und hat vor kurzem geheiratet – eine Tragödie. [8]

1955 Claire heiratet ihren zweiten Mann, den Apotheker Dr. René Rickli. Sie übernehmen die heruntergekommene Ring-Apotheke an der Baslerstrasse 72 in Olten, die sie gemeinsam zur sehenswerten Central-Apotheke aus- und aufbauen, die das Ehepaar 30 Jahre lang in idealer Symbiose und mit voller Hingabe führen. Hier kann Claire Rickli ihr ausgesprochenes Organisationstalent sowie ihre vielseitigen Management-Kompetenzen Tag um Tag voll entfalten. [9]

1957 Tochter Claudia kommt zu Welt und macht das Familienglück komplett. [10]

1971 Claire und René Rickli führen als eine der ersten Apotheken in der Schweiz ein Minikartensystem für die Organisation des Betriebs und für die Bestellungen via Modem ein, ein absolutes Novum. Es ist ein Vorläufer der später eingeführten Computerisierung. [11]

1983 René, mittlerweile 74-jährig, und Claire, 61-jährig, verkaufen die Apotheke an Dr. Manuela Aeberhard-Riva. (Die Apotheke wird in absehbarer Zeit ganz von deren Tochter Dr. Carla Aeberhard in zweiter Generation weitergeführt.) [12]

2013 Claires Ehemann René Rickli stirbt im hohen Alter von 103 Jahren. [13]

2015 Claire vermisst ihren Ehemann René, weil er ihr wichtigster Gesprächspartner war, mit dem sie die Liebe zu Kunst, Literatur, Musik, Natur und Bergen auf Augenhöhe geteilt hatte. Sie stirbt am 14. Mai im Alter von 92 Jahren. [14]


Cham

Tief in ihrem Innern blieb Claire Rickli mit ihrem Herkunftsort Cham lebenslang verbunden. Wenn sie von «daheim» sprach, meinte sie meistens «Chom».[15]


Musik

Schon als kleines Mädchen spürte Claire den Wunsch, Violine spielen zu dürfen, und nach einigem Betteln durfte sie schliesslich mit Geigenunterricht anfangen. Vater Emil war der Musik recht zugetan, und so übte sie in seiner Nähe täglich während seines Mittagsschläfchens. Denn die Musik sollte eine ihrer grössten Leidenschaften werden, die sie über die 92 Jahre begleitete; anfänglich und über viele Jahre aktiv in verschiedensten Formationen, im Schülerorchester Cham, an Konzerten, als Solistin, und in Kammermusik. Später war sie begeisterte Konzertbesucherin und brachte es auf eine über 50-jährige Konzertgänger-Tradition, hauptsächlich an den Internationalen Musikfestwochen Luzern, dem heutigen Lucerne Festival im KKL. [16]


Einzelnachweise

  1. Freundliche Mitteilung von Tochter Claudia Rickli, 12.05.2021
  2. Vgl. Anmerkung 1
  3. Zuger Nachrichten, 21.10.1987
  4. Vgl. Anmerkung 1
  5. Vgl. Anmerkung 1
  6. Vgl. Anmerkung 1
  7. Freundliche Mitteilung von Marie-Theres Widmer, Cham, 20.04.2021
  8. Freiburger Nachrichten, 02.09.1952
  9. Vgl. Anmerkung 1
  10. Vgl. Anmerkung 1
  11. Central-Apotheke in Olten, in: Oltner Neujahrsblätter 46, 1988, S. 84
  12. Vgl. Anmerkung 1
  13. Vgl. Anmerkung 1
  14. Vgl. Anmerkung 1
  15. Vgl. Anmerkung 1
  16. Vgl. Anmerkung 1