Maschinengasse 13, Walzenlager

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Einst waren im Gebäude mit den Kaminen die Zellulosekocher untergebracht: Ansicht von Süden aus dem Jahre 1894
Ein riesenhafter Kocher (mit Arbeiter links unten) späteren Walzenlager: Während 81 Jahren stellte die Papierfabrik eigene Zellulose her.
Heute eingeschlossener Bau: das einstige Walzenlager der Papierfabrik, auf einer Aufnahme von 2004.

Das Gebäude für die Walzen der Papierfabrik stammt aus der Zeit vor 1890 und ist damit eines der ältesten Gebäude auf dem Fabrikareal. Es ist heute von anderen Gebäuden umschlossen, sodass es fast nicht mehr sichtbar ist.


Chronologie

1882 Wahrscheinlich entsteht das Gebäude im Zusammenhang mit der Zelluloseproduktion, die Heinrich Vogel-Saluzzi (1822–1893) als erster Papierindustrielle der Schweiz beginnt. [1] Denn das Gebäude, das später als Lager für die grossen Papierwalzen dient, heisst ursprünglich Kochergebäude, benannt nach den grossen Zellulosekochern. [2] Das Gebäude ist eine eingeschossige Halle mit einem einzigen hohen Raum, der von einem Satteldach gedeckt wird. Die Tragkonstruktion ist massiv und an Trauf- und Giebelseite unterschiedlich ausgebildet. An den Traufseiten besteht sie im untersten Teil aus Pfeilern mit Flachbogen, die Felder dazwischen sind teilweise ausgemauert, die ganze Konstruktion ist verputzt. Darüber sind die Wände gemauert. [3]

1919 Das Holländergebäude (Ass.-Nr. 31b) auf der Westseite des Walzenlagergebäudes (Ass.-Nr. 31f) wird angebaut. [4] 1921 folgen die Maschinenhalle (Ass.-Nr. 30e) und 1939 das Magazingebäude (Ass.-Nr. 31g), so dass das einst freistehende Gebäude nach und nach zugebaut wird.

1963 Die Papierfabrik gibt die eigene Zelluloseproduktion auf. [5] Dadurch wird das Kochergebäude frei und erst jetzt als Walzenlager eingesetzt. Zeitweilig ist darin die Kalandermaschine 6 untergebracht und im Dachgeschoss eine Seilerei. Die Seile werden aus Papierfasern hergestellt und dienen den Verpackungen. [6]


Würdigung

Heute ist das Gebäude, weil von allen Seiten zu- und angebaut, nicht mehr als solches zu erkennen. Dennoch meint Viola Müller (*1966), Architekturhistorikerin und Gutachterin der kantonalen Denkmalpflege, zum Wert des Gebäudes: «Das Walzenlager ist vermutlich der älteste Bau auf dem Areal der Papierfabrik. Ursprünglich als Kochergebäude der Zellulosefabrik erstellt, ist es der letzte Bau der Fabrikanlage des 19. Jahrhunderts und der Zelluloseproduktion, mit der die Papierfabrik Cham als erste in der Schweiz begann. Dem Walzenlager kommt daher besonders grosse wirtschaftshistorische Bedeutung zu.» [7]


Aktueller Kartenausschnitt

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Einzelnachweise

  1. Orsouw, Michael van, Der Zellstoff, auf dem die Träume sind. 350 Jahre Papieri Cham, Cham 2006, S. 32
  2. Müller, Viola, Die Papierfabrik Cham. Baugeschichte und Detailinventar. Direktion des Innern des Kantons Zug, Amt für Denkmalpflege und Archäologie, Zug 2014, S. 46
  3. Vgl. Anmerkung 2 (Müller), S. 46
  4. Vgl. Anmerkung 2 (Müller), S. 23
  5. Vgl. Anmerkung 1 (van Orsouw), S. 32
  6. Vgl. Anmerkung 2 (Müller), S. 46
  7. Vgl. Anmerkung 2 (Müller), S. 47