Langenegger Karl Josef (1842–1892)

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Der in Baar geborene Karl Josef Langenegger ist fast zwei Jahrzehnte Kaplan im Städtli. Neben der Erfüllung seiner seelsorgerischen Pflichten prägt er die Chamer Dorfjugend durch seine Lehrtätigkeit in der öffentlichen und später in einer privaten Sekundarschule.

Portrait von Langenegger Karl Josef (1842–1892)
Portrait von Karl Josef Langenegger (1842–1892)

Vorname: Karl Josef
Nachname: Langenegger
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 2. Juli 1842
Geburtsort: Deinikon ZG
Todesdatum: 4. Dezember 1892
Todesort: Cham ZG






Stationen

1842 Karl Josef Langenegger wird am 2. Juli in Deinikon bei Baar geboren. Seine Eltern sind Johann Langenegger und Gertrud geborene Müller. Sein jüngerer Bruder Walter (1852–1906) lebt im Kloster Engelberg, seine Schwester Philomena (gest. 1867) im Kloster Muotathal. Karl Josef studiert in Einsiedeln, Sarnen, Freiburg im Breisgau und in Eichstätt. [1]

1869 Langenegger wird Priester und in seiner Heimatgemeinde auf die Reidhaarenpfrund gewählt. Neben der Seelsorge unterrichtet er am privaten Baarer Gymnasium u.a. die lateinische Sprache. [2]

1870 Langenegger wird Kaplan in Lunkhofen AG und Stetten AG. Anschliessend wirkt er kurz als Frühmesser und Bezirkslehrer in Hägglingen AG. [3]

1873 Im Februar erhält Karl Josef Langenegger die Kaplanei St. Andreas im Städtli. Langenegger wird auch Hauptlehrer an der seit 1861 bestehenden Sekundarschule in Cham. [4]

1879 Mit der einsetzenden Industrialisierung füllen sich im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts die Chamer Schulbänke rasch. Von 1862 bis 1887 verdoppelt sich die Schülerzahl. 1879 übernimmt die Einwohnergemeinde die Sekundarschule. [5]

1888 Der kantonale Schulinspektor bemängelt in seinen Rapporten für die Schuljahre 1885/86 und 1886/87 die «Überbelastung» von Hauptlehrer Langenegger. Die Schulkommission unter dem Vorsitz von Schulpräsident und Gemeinderat Adolf Gretener (1850–1924) votiert für einen personellen Wechsel. Der Chamer Schulrat ist sich uneinig, entscheidet sich aber mit knapper Mehrheit für die Neuausschreibung der Hauptlehrerstelle im Zuger Amtsblatt. [6] Langenegger wird nach 15 Jahren Lehrtätigkeit durch eine weltliche Fachkraft, Adolf Ott von Schönerholzwilen TG, ersetzt. Gegen die Absetzung reichen 17 aufgebrachte Familienväter eine Petition ein. Kaplan Langenegger richtet darauf in einem Saal auf Schloss St. Andreas eine private Sekundarschule, die mit 25 Schülern die gemeindliche Sekundarschule mit nur gerade elf Schülern bei weitem übertrifft. [7]

1892 Am 4. Dezember stirbt der gerade 50-jährige Langenegger. In der vollbesetzten Pfarrkirche St. Jakob hält Dekan Franz Michael Stadlin (1835–1908) die Leichenpredigt. Seine Privatschule im Städtli wird nach nur vier Jahren wieder aufgelöst.


Einzelnachweise

  1. Müller, Alois, Hof- und Familienchronik der Steiner auf Deubühl, Baar 1940, S. 36
  2. Iten, Albert, Tugium Sacrum. Der Weltklerus zugerischer Herkunft und Wirksamkeit bis 1952, Stans 1952, S. 296
  3. Iten, Albert, Tugium Sacrum. Der Weltklerus zugerischer Herkunft und Wirksamkeit bis 1952, Stans 1952, S. 296
  4. Steiner, Anton Karl, Geistliches Baar, in: Heimatklänge, kulturelle Beilage zu den «Zuger Nachrichten» 16, 1936, S. 30f.
  5. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 192
  6. Amtsblatt des Kantons Zug, 02.04.1888
  7. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 193f.