Bremi Werner (1924–2017)

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Portrait von Bremi Werner (1924–2017)
Portrait von Werner Bremi (1924–2017)

Vorname: Werner
Nachname: Bremi
Geschlecht: männlich
Geburts­datum: 3. August 1924
Geburt­sort: Zollikon ZH
Todes­datum: 14. Dezember 2017
Todes­ort: unbekannt
Beruf: Chemiker, Direktor

Werner Bremi war der Unternehmensleiter der Papierfabrik Cham in einer sehr heiklen Phase. Trotz tiefgreifenden Einschnitten schaffte er die Sanierung.



Werner Bremi, der Papieri-Manager
Werner Bremi gratuliert einem Mitarbeitenden


Stationen

1924 (Hans) Werner Bremi kommt am 3. August in Zollikon zur Welt. In der Pfadi erhält er Namen «Brums». [1]

1944 Nach den Schulen muss Bremi während des 2. Weltkriegs ins Militär, in den Aktivdienst. Nach dem Krieg studiert er an der ETH Chemie, obwohl am Gymnasium Geschichte sein bestes Fach war. Denn Bremi will ins Ausland und rechnet sich mit einem Chemiestudium bessere Chancen dazu aus. Er arbeitet für die Ölbranche (Shell) in den Niederlanden, auf den Niederländischen Antillen, in Indonesien und in Deutschland. [2]

1953 In Curaçao auf den Niederländischen Antillen lernt Werner Bremi seine künftige Frau Ellen Blommers (*1928) kennen. Holländisch ist die Sprache zwischen ihnen, in dieser haben sie sich kennen gelernt, und holländisch wird später auch in der Familie mit den drei Kindern gesprochen. [3]

1961 Mit 37 Jahren kommt Bremi wieder in die Schweiz: Er findet bei der neu eröffneten Erdölraffinerie du Rhone in Collombey VS eine Anstellung als Betriebsleiter. Später kehrt Werner Bremi mit seiner Familie nach Zürich zurück. [4]

1983 Der Papierfabrik Cham geht es wirtschaftlich schlecht, sie muss sich umstrukturieren, um überleben zu können. Creed Kuenzle (1931–2017) kommt in dieser Zeit in den Verwaltungsrat der Industrieholding Cham, der Mutterfirma der Papierfabrik Cham. [5] Um aktiver in den Umbruch der Papierfabrik eingreifen zu können, übernimmt Creed Kuenzle das Verwaltungsratspräsidium. Für die Umstrukturierung braucht er einen neuen CEO. Er beruft seinen Kollegen aus dem Ruderclub GC, Werner Bremi. In der Folge muss Bremi drei Papiermaschinen stilllegen und einen Drittel der Belegschaft entlassen. Bremi schafft es mit seiner menschlichen, wertschätzenden Art, die Motivation dennoch zu erhalten: «Ich habe kein unfreundliches Wort gehört, keine gereizte Stimmung und kein müdes Nachlassen festgestellt, im Gegenteil: Alle haben gehörig angepackt, keiner hat den Kopf hängen lassen.» Die Umstrukturierung gelingt, die Papierfabrik gesundet. [6]

1991 Bremi, mittlerweile 67-jährig, lässt sich pensionieren. [7] In der Folge nimmt er Geigenunterricht und spielt in einem Laienorchester mit. [8]

1991 Im November lernt Werner Bremi Dr. Georg J. Dobrovolny kennen, der kurz zuvor das Forum Ost-West gegründet hatte. Das Forum fördert nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die Förderung partnerschaftlicher Kontakte zwischen der Schweiz und den Ländern Ost- und Mitteleuropas. Bremi wird Mitglied und ab Dezember 1995 bis Juli 2001 Präsident des Forums. Für seinen ersten Einsatz als Berater eines KMU in der Tschechischen Republik absolviert Werner Bremi während einiger Monate eine Stage bei diversen Firmen in der Papierindustrie in Mähren. Es folgen weitere Reisen in die Ukraine, Polen, Weissrussland, Litauen, Russland, in die Slowakei und in den Südkaukasus. [9]

2001–2006 Bremi studiert an der Universität Zürich Geschichte des Mittelalters, osteuropäische Geschichte und Niederlandistik. Im Alter von 82 Jahren schliesst er das Studium mit dem Lizentiat ab. Er schreibt seine Abschlussarbeit über die mittelalterlichen Fischereirechte auf dem Zürichsee. [10]

2017 Werner Bremi stirbt am 14. Dezember im Alter von 93 Jahren. [11]


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Sein Portrait als Wasserzeichen: Das schenken die Mitarbeitenden der Papierfabrik Cham ihrem Chef Werner Bremi zum Abschied


Würdigung

Werner Bremi war ein zupackender Manager. Während sein Vorgänger ein professoraler Typ war, zog Bremi den blauen Helm an und ging in die Fabrik, er redete mit den Leuten und gewann schnell ihr Vertrauen. «Er war», resümierte ein Verwaltungsrat, «ein Weltmeister der Führung.» Er war damit sehr erfolgreich: Der Wertzuwachs der Papierfabrik in der Zeit Bremis betrug 125,9 Millionen, davon wurden 12,5 Millionen als Dividenden ausgeschüttet. Das Eigenkapital verdreifachte sich, das Fremdkapital halbierte sich. [12]

«Werner war ein Mensch mit viel Gestaltungskraft, Begeisterungsfähigkeit und einer grossen Vitalität, was ihm ein interessantes, sehr aktives Leben ermöglichte. Mit seiner lebensfrohen Persönlichkeit und seinem grossen Sinn für Humor gewann er häufig spontan Sympathien und vermochte Freundschaften aufzubauen und zu erhalten.» [13]


Einzelnachweise

  1. Bremi, Renée / Dobrovolny, Georg, Lebenslauf Hans Werner Bremi (Brums), Zürich 2018
  2. Vgl. Anmerkung 1 (Bremi / Dobrovolny)
  3. Vgl. Anmerkung 1 (Bremi / Dobrovolny)
  4. Vgl. Anmerkung 1 (Bremi / Dobrovolny)
  5. Orsouw, Michael van, Der Zellstoff, auf dem die Träume sind. 350 Jahre Papieri Cham, Cham 2006, S. 195
  6. Vgl. Anmerkung 5 (van Orsouw), S. 186, 195
  7. Vgl. Anmerkung 5 (van Orsouw), S. 84
  8. Vgl. Anmerkung 1 (Bremi / Dobrovolny)
  9. Vgl. Anmerkung 1 (Bremi / Dobrovolny)
  10. Neue Zürcher Zeitung, 31.10.2006. Vgl. Anmerkung 1 (Bremi / Dobrovolny)
  11. Vgl. Anmerkung 1 (Bremi / Dobrovolny)
  12. Vgl. Anmerkung 5 (van Orsouw), S. 186
  13. Vgl. Anmerkung 1 (Bremi / Dobrovolny)