Werder August (1906–1994)

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August Werder-Kamer (1906–1994), Sakristan der Pfarrkirche St. Jakob

August Werder-Kamer war ein Chamer Hilfsarbeiter, Sakristan und Politiker. Weitherum bekannt wurde Werder aufgrund der üppigen Blumenverzierungen, die er jeweils in der Pfarrkirche St. Jakob anbrachte.

Stationen

1906 Am 6. Dezember kommt August Werder als Kind von Agatha und Johann Werder-Ehrler zur Welt. Sein Vater ist Taglöhner, seine Mutter stirbt bald, sodass August zu seinem Onkel Fritz auf den Kleinbauernhof Wart in Hünenberg kommt. [1] Nach der Schule muss August Werder möglichst schnell Geld verdienen. Er macht eine Anlehre als Velomechaniker und findet dann eine Anstellung als Hilfsarbeiter bei der Landis & Gyr.

1934 Werder heiratet am 2. Oktober die Goldauerin Josy Kamer, die im Chamer Kleidergeschäft Widmer als Schneiderin arbeitet. Das Ehepaar hat drei Kinder: Rita, Marcel und Margrit. Der Hilfsarbeiterlohn von 95 Rappen pro Stunde reicht gerade für das Nötigste.

1944 Während des Zweiten Weltkriegs wird Werder zum Sakristan der Pfarrkirche Cham gewählt. Die Familie Werder darf in das Sigristenhaus einziehen. In der Kirche ist ihm keine Arbeit zuviel. Jeden Morgen steht er um fünf Uhr auf, läutet die Betglocken, richtet die Kirche für die Frühmesse her. An Sonntagen ist er bei den üblichen fünf Gottesdiensten im Einsatz.

1951 Die Christlich-Soziale Partei von Cham nominiert ihr Vorstandsmitglied August Werder für den Kantonsrat. Prompt wird der ortsbekannte Sigrist gewählt.

1970 Werder tritt nach zwanzig Jahren aus dem Kantonsparlament zurück. [2]

1977 Werder gibt im Alter von 71 Jahren die Funktion als Sakristan auf, wirkt aber noch weiterhin als Aushilfssigrist (bis April 1979).

1979 Für die 35 Jahre als Pfarrsigrist erhält Werder die bischöfliche Auszeichnung «Fidei ac meritis» (in Treue und Verdienst), [3] eine vergoldete Medaille mit gelbweissem Band zusammen mit einer in deutscher Sprache verfassten Urkunde.

1980 Der Zuger Sakristanenvereinigung ernennt August Werder, den langjährigen Präsidenten, zum Ehrenpräsidenten. [4]

1994 Anfangs September bricht er bei einem unglücklichen Sturz in der Wohnung zwei Halswirbel. An den Folgen des Unfalls stirbt er am 27. September im Alter von 87 Jahren.

Werders Spezialität

Weit über Cham hinaus bekannt waren August Werders Blumengestecke. Regelmässig setzte er den ganzen Samstag dafür ein, mit Hunderten von Blumen den Hochaltar und die Pfarrkirche St. Jakob zu schmücken. «Nur dank der Mithilfe seiner Frau und der ganzen Familie war es möglich, dieses Arbeitspensum zu erfüllen.» [5]

Einzelnachweise

  1. Werder, Marcel, Nekrolog August Werder, in: Zuger Nachrichten, 20.10.1994
  2. Staatsarchiv des Kantons Zug, PERAD Nr. 818
  3. Zuger Kalender 1980, Chronik 28.03.1979
  4. Zuger Kalender 1981, Chronik 24.03.1980
  5. Werder, Marcel, Nekrolog August Werder, in: Zuger Nachrichten, 20.10.1994