Unterholz

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Das Unterholz, gesehen auf der Strasse zwischen Hatwil und Niederwil in nordöstlicher Richtung


Das Unterholz, gesehen von Niederwil in Richtung Maschwanden
Entlang des Unterholzes zwischen Niederwil und Maschwanden
Grenzstein am Waldrand zwischen Niederwil und Maschwanden

Langgezogener Wald östlich und nordöstlich von Hatwil, auf einer sanften Geländekuppe an der Kantonsgrenze zu Zürich. Der grösste Teil des Waldes liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Maschwanden. Nur der südliche Zipfel – er wird im 17. und 18. Jahrhundert Ischlag oder Maschwanderholz genannt – gehört zur Gemeinde Cham. Am östlichen Waldrand entlang verlief einst die wichtige Landstrasse von Zug nach Bremgarten. [1]


Chronologie

1667 Östlich am Unterholz vorbei verläuft die Landstrasse von Zug über Cham (oder Steinhausen), Niederwil und den Dürrast nach Maschwanden und weiter nach Bremgarten. In der Frühen Neuzeit ist der Warenverkehr auf der Strasse beträchtlich: Gehandelt werden vor allem Salz und Getreide. In der Landkarte des Zürcher Kartografen Hans Conrad Gyger (1599–1674) von 1667 ist die «altstraß» eingezeichnet. Unklar ist, wie gross die überregionale Bedeutung der Strasse bereits im Spätmittelalter war. [2]

1680 Der südliche, im 17. Jahrhundert Ischlag genannte Waldteil wird von Niederwil aus bewirtschaftet. Ischlag bedeutet eingehegtes, durch Zäune abgegrenztes Land- oder Waldstück. Dieser Teil des Waldes ist also von der allgemeinen Allmend abgrenzt und der privaten Nutzung durch die Niederwiler vorbehalten. [3]

1727 Der ganze südliche Waldteil wird jetzt Maschwanderholz genannt. [4]

1766 In einem Grenzbeschrieb wird nun erstmals auch der Name Unterholz gebraucht. [5]

1887 Im Topografischen Atlas von Hermann Siegfried (1819–1879) entspricht die räumliche Ausdehnung des Waldes bereits annährend der heutigen Situation. Hingegen gehört damals auch noch ein Stück des westlichen Waldteiles zur Gemeinde Cham.

ca. 1940 Luftbilder belegen, dass zu Beginn des Zweiten Weltkriegs einzelne Waldstücke auf Chamer Gemeindegebiet gerodet worden sind.

2017 Der 3.95 Hektaren grosse Ischlagwald gehört zwei Besitzern aus der Stadt Zug. [6]

Karten

Siegfried-Karte

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Ausschnitt aus der Siegfried-Karte von 1887: Östlich des Weihers Hatwil beginnt das Unterholz auf Zuger Boden.

Aktueller Kartenausschnitt

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Einzelnachweise

  1. Dittli, Beat, Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten, Zug 2007, Bd. 3, S. 108, 272; Bd. 5, S. 106
  2. Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz IVS, Beschreibung ZG 9, Bern 2000
  3. Staatsarchiv Zug, Hypothekenbücher, Bd. 22, fol. 129r. Garovi, Angelo, Rechtsgeschichtliches in Flurnamen der Innerschweiz. Studie zur einer Rechtstoponymie, in: Der Geschichtsfreund 138, 1985, S. 55–78, insbesondere S. 69f.
  4. Staatsarchiv Zug, Hypothekenbücher, Bd. 36, S. 15
  5. Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz IVS, Beschreibung ZG 9, Bern 2000
  6. www.zugmap.ch, Eintrag Grundstücknummern 1079 und 1080 [Stand: 02.10.2017]