Scherer-Schuhmacher Rudolf (1887–1969)

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Portrait von Scherer-Schuhmacher Rudolf (1887–1969)
Portrait von Rudolf Scherer-Schuhmacher (1887–1969)

Vorname: Rudolf
Nachname: Scherer-Schuhmacher
Geschlecht: männlich
Geburts­datum: 28. April 1887
Geburt­sort: Quisbernow, Pommern D
Todes­datum: 19. August 1969
Todes­ort: Steinhausen ZG
Beruf: Verwalter, Kantonsrichter

Rudolf Scherer-Schuhmacher wuchs in Pommern auf, kam dann nach Niederwil, wurde Kaufmann und Verwalter der Landwirtschaftlichen Genossenschaft, wirtete daneben noch im Restaurant Kreuzstrasse in Oberwil, war auch Kantonsrichter und zog nach Steinhausen, wo er auch noch Bankverwalter und Gemeinderat war.



Katharina (Nina) Schuhmacher (1898–1978)

Stationen

1887 Rudolf kommt am 28. April als Sohn von Maria Magdalena (1861–1936) und Adolf Scherer-Krummenacher (1856–1892) in Quisbernow in Pommern, also im heutigen Polen, zur Welt. Er ist der Erstgeborene der vier Kinder. Vater Adolf führt eine Käserei. [1]

1892 Als Rudolf fünf Jahre alt ist, stirbt sein Vater Adolf im Alter von 36 Jahren. Darauf beschliesst seine Mutter, zurück in die Schweiz zu ziehen. Rudolf gelangt zum ersten Mal in die Schweiz. Zunächst kommt Maria Magdalena Scherer mit ihren vier Söhnen bei Onkel Anton in Zürich unter. Hier besucht Rudolf den Kindergarten und lernt Schweizerdeutsch. [2]

1893 Die Familie zieht weiter nach Niederwil. Sie findet Unterschlupf bei Onkel Xaver Scherer (1854–1935), Landwirt und später von 1896 bis 1935 Posthalter. Rudolfs Mutter Maria Magdalena heiratet diesen Xaver, den Bruder ihres verstorbenen Mannes Adolf. [3] Rudolf besucht die Primarschule in Niederwil und dann die Sekundarschule in Cham. [4]

1903 Rudolf Scherer absolviert nach Abschluss der Sekundarschule eine kaufmännische Lehre in Zürich. Dazu wohnt er bei seinem Onkel Anton. Anschliessend verbringt er, um französisch zu lernen, drei Jahre in der Westschweiz, wo er sich als Kaufmann weiterentwickelt. [5]

1915 Scherer kehrt in den Kanton Zug zurück. Er wird Verwalter der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Knonau-Steinhausen. Dieser ist auch eine Filiale in Niederwil angeschlossen. Zu den ihm unterstellten Depots fährt Rudolf stets mit dem Fahrrad. [6]

1920 Der noch immer ledige Rudolf Scherer kommt auf seinen Touren als Landi-Verwalter immer beim Restaurant Kreuzstrasse in Oberwil vorbei. Als er hört, dass dieses Gasthaus zu kaufen sei, erwirbt er es und wirkt nebenher als Wirt, da die Verwaltertätigkeit zu wenig abwirft. [7]

1926 Rudolf Scherer heiratet Katharina (Nina) Schumacher (1898–1978). [8]

1927 Die Familie Scherer-Schuhmacher erhält Zuwachs: Sohn Willy kommt zur Welt. Später folgen Adolf (*1930) und Rita Theresia (*1932). [9]

1928 Nina und Rudolf Scherer-Schuhmacher verpachten die Wirtschaft Kreuzstrasse an Nikolaus Holzmann von Hünenberg. [10]

1932 Verwalter Rudolf Scherer wird in das Kantonsgericht gewählt, zunächst bis 1934 als Ersatzrichter. [11] Er bleibt in dieser Funktion 20 Jahre lang. [12]

1936 Rudolf und Nina Scherer-Schuhmacher geben das Wirten im Restaurant Kreuzstrasse auf. Sie erwerben ein Haus an der Knonauerstrasse in Steinhausen und ziehen dorthin. [13]

1940 Obwohl erst seit vier Jahren in Steinhausen wohnhaft, wird Rudolf Scherer in den Gemeinderat gewählt. [14] Er ist Vizepräsident des Rats und Finanzchef, zudem auch noch Stellvetreter des Betreibungsbeamten und Präsident der Pachtzinskommission. Während des Zweiten Weltkriegs übernimmt er die Ackerbaustelle Steinhausens für den Plan Wahlen. [15]

1942 Rudolf Scherer wird auch noch Filialleiter der Zuger Kantonalbank in Steinhausen, «Einnehmerei» genannt. [16]

1946 Weil er Verwalter, Kantonsrichter, Gemeinderat, Bankleiter und Familienvater ist, zeigt Scherer Anzeichen von Überlastung und muss kürzer treten. Er demissioniert als Gemeinderat von Steinhausen, was allgemeines Bedauern hervorruft. [17]

1960 Im Alter von 73 Jahren tritt Rudolf Scherer in den Ruhestand. Aber er bleibt im Vorstand der Landwirtschaftlichen Genossenschaft bis 1968. [18]

1969 Rudolf Scherer-Schuhmacher stirbt am 19. August im Alter von 82 Jahren. [19]


Würdigung

Rudolf Scherer war Verwalter, Kantonsrichter, Gemeinderat, Bankleiter und Familienvater. Dabei nahm man ihn als Steinhauser wahr; doch seine Kindheit verbrachte er in Cham, und als er Kantonsrichter wurde, war er noch immer in Cham zuhause.


Einzelnachweise

  1. Scherer-Meyer, Anton, Chronik der Scherer von Flühli ehemals Escholzmatt, o. O. 1994, Tafel 87
  2. Vgl. Anmerkung 1 (Scherer-Meyer), S. 73
  3. Vgl. Anmerkung 1 (Scherer-Meyer), Tafel 57
  4. Vgl. Anmerkung 1 (Scherer-Meyer), S. 73
  5. Vgl. Anmerkung 1 (Scherer-Meyer), S. 73
  6. Vgl. Anmerkung 1 (Scherer-Meyer), S. 73
  7. Vgl. Anmerkung 1 (Scherer-Meyer), S. 74
  8. Vgl. Anmerkung 1 (Scherer-Meyer), Tafel 87
  9. Vgl. Anmerkung 1 (Scherer-Meyer), Tafel 87
  10. Staatsarchiv Zug, CE 80.3, Wirtschaftswesen, Mappe Kreuzstraase, Gesuch vom 11.02.1928
  11. Staatsarchiv Zug, Zuger Personen- und Ämterverzeichnis [Stand: 01.03.2024]
  12. Vgl. Anmerkung 1 (Scherer-Meyer), S. 74
  13. Vgl. Anmerkung 1 (Scherer-Meyer), S. 74
  14. Staatsarchiv Zug, Zuger Personen- und Ämterverzeichnis [Stand: 01.03.2024]
  15. Vgl. Anmerkung 1 (Scherer-Meyer), S. 74
  16. Vgl. Anmerkung 1 (Scherer-Meyer), S. 74
  17. Zuger Nachrichten, zit. n. vgl. Anmerkung 1 (Scherer-Meyer), S. 74
  18. Vgl. Anmerkung 1 (Scherer-Meyer), S. 73
  19. Vgl. Anmerkung 1 (Scherer-Meyer), Tafel 87