Grütli

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Die Zugerstrasse mit dem Restaurant Grütli und dem Riesenmammutbaum, dem einstigen Chamer Wahrzeichen, 2016
Das Speise-Restaurant Grütli an der Zugerstrasse 26, 2015
Letzte Wirtin im «Grütli»: Theres Köpfli, 2016
Kundeninformation, 12.11.2018

An der Zugerstrasse 26 existierte mehr als hundert Jahre das Restaurant Grütli, der Prototyp einer einfachen Beiz. Bis 2016 bestand das Wirtshaus.


Chronologie

1895 Josef Baumgartner aus Cham stellt das Patentgesuch für das Wirtshaus Grütli an der Zugerstrasse 26. Das Lokal weist zwei Gastzimmer mit einer Gesamtfläche von 77 Quadratmetern auf. [1]

1900 Thadäus Zimmermann (*1863) aus Ebikon LU, verheiratet mit einer Hunkeler, will mit seiner Frau die Wirtschaft betreiben. Sie haben vier Kinder und führen in Ebikon bereits ein Gasthaus. [2]

1913 Das «Grütli» ist übergegangen an Wilhelm Kauffmann, einen Küchenchef aus Luzern. [3]

1931 Mitten in der Weltwirtschaftskrise kauft Jakob Lustenberger (1897–1978) das «Grütli». Er stammt aus Willisau LU und ist verheiratet mit Katharina Jost. Sie haben fünf Kinder. [4]

1963 Josef Krummenacher-Müller (1927–1986), Wirt aus Escholzmatt LU, lässt sich an der Zugerstrasse nieder, kauft und führt das «Grütli». Die Wirtefamilie hat vier Kinder. [5]

1964 Krummenacher saniert das Wirtshaus: Er baut eine neue Toilettenanlage ein, erneuert das Buffet und vergrössert die Küche. [6]

1984 Theres Köpfli-Blättler (*1950), verheiratet mit Eduard (1947–2012), kommt neu nach Cham, um das «Grütli» zu übernehmen. Zuvor war sie in Güttingen TG wohnhaft. [7]

2012 Eduard Köpfli sirbt krankheitshalber. An seiner Stelle kocht neu Theres Köpflis Sohn Roger im «Grütli». [8]

2016 Theres Köpfli, mittlerweile 66 Jahre alt, gibt den Wirtsbetrieb altershalber auf. [9] Ein Nachfolger für das «Grütli» ist nicht in Sicht. Das Lokal bleibt geschlossen.


Der Wirtshausname «Grütli»

Der Wirtshausname Grütli bezieht sich auf das Rütli, gemäss der eidgenössischen Befreiungstradition die historische Stätte der Bundesgründung von 1291. Die Wiese am Vierwaldstättersee findet im Zeitalter des Historismus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als «Rütli» oder «Grütli» Eingang in die Wirtshausnamengebung.


Weblink

«Polizeistunde für immer»: Artikel in der Zuger Zeitung vom 28. Mai 2016


Bildergalerie

Das Restaurant Grütli vor der Schliessung 2016


Einzelnachweise

  1. Staatsarchiv Zug, CD 27, Wirtepatente 1892–1918, Mappe Grütli, Gesuch vom 22.05.1895
  2. Staatsarchiv Zug, CD 27, Wirtepatente 1892–1918, Mappe Grütli, Gesuch vom 14.05.1900
  3. Staatsarchiv Zug, CD 27, Wirtepatente 1892–1918, Mappe Grütli, Gesuch vom 27.05.1913
  4. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Grütli, Erneuerungsgesuch vom 31.03.1962
  5. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Grütli, Gesuch vom 26.06.1964
  6. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Grütli, Baupläne
  7. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Grütli, Gesuch vom 15.03.1984
  8. Zuger Zeitung, 28.05.2016
  9. Zuger Zeitung, 28.05.2016