Gibelwäldli (Oberwil)

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Das kleine Wäldchen vom Modellflugzeugplatz Niederwil aus, 15.07.2018


Kleines Wäldchen auf dem Gibel, einer kleinen Anhöhe (447 m ü.M.) südwestlich von Oberwil. Bis ins 18. Jahrhundert erscheint es als Gibelholz oder als Gibelhölzli in den Schriftquellen.

Das Gibelwäldli von Oberwil her aufgenommen, 15.07.2018
Blick über die vertrockneten Felder von Niederwil her, 15.07.2018
Blick in Richtung Nordosten, im Hintergrund links der Weiler Niederwil mit der Kirche St. Mauritius


Chronologie

1540 In einem Urbar (= Güterverzeichnis) des 1527 aufgehobenen Zisterzienserklosters Kappel am Albis ist das Gibelholz erstmals schriftlich nachweisbar. Im Güterverzeichnis steht, dass das Gibel im Besitz «deren von nider Cham» sei (Nidercham ist die ehemalige Bezeichnung für den Raum Lindencham–Hagendorn–Friesencham). [1]

1610 Im Urbar von Maria Margareta Honegger (gest. 1625), Äbtissin im Zisterzienserinnenkloster Frauenthal von 1602 bis 1625, wird das Gibelholz als Besitz der Gemeindegenossen von Oberwil aufgeführt. [2]

um 1845 Auf der 1845/46 aufgenommenen Landeskarte des Genfer Kartografen Claude Marie Jules Anselmier (1815–1895) ist die kleine Anhöhe bereits als Waldstück eingezeichnet.

1887 Im Topografischen Atlas von Hermann Siegfried (1819–1879) ist der Wald als «Gübli» eingetragen. Die Waldrandlinien entsprechen weitgehend den heutigen Begrenzungen.

2018 Das rund 1.2 Hektaren grosse Wäldchen gehört dem Kanton Zug und Landwirt Stefan Knüsel von Oberwil. [3]


Namensgebung

Namensgebend für das Gibelwäldli ist eine grosse, flache Kuppe südwestlich von Oberwil. Schwzdt. Gibel m. («Dachgiebel») bezeichnet – übertragen auf Geländeformen – giebelartige Anhöhen oder Hügel. [4]


Karten

Siegfriedkarte 1887

150660 siegfried karte tobelbach.jpg

In der Siegfriedkarte ist das Gibelwäldli als «Gübli» eingetragen.

Aktueller Kartenausschnitt

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Einzelnachweise

  1. Dittli, Beat, Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten, Zug 2007, Bd. 2, S. 248
  2. Klosterarchiv Frauenthal, Urbar der Äbtissin Maria Margareta Honegger, o.S.
  3. www.zugmap.ch, Einträge Grundstücknummern 714 und 719 [Stand: 17.06.2018]
  4. Dittli, Beat, Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten, Zug 2007, Bd. 2, S. 245f.