Frei Othmar (1933–2022)

Aus Chamapedia
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Portrait von Frei Othmar (1933–2022)
Portrait von Othmar Frei (1933–2022)

Vorname: Othmar
Nachname: Frei
Geschlecht: männlich
Geburts­datum: 13. Dezember 1933
Geburt­sort: Cham ZG
Todes­datum: 15. März 2022
Todes­ort: Luzern LU
Beruf: Priester, Religionspädagoge
Religion: römisch-katholisch

Othmar Frei war katholischer Priester. Er setzte sich für einen fortschrittlichen Religionsunterricht ein und beschäftigte sich intensiv mit dem Kulturgut der Luzerner Hofkirche und mit Niklaus von Flüe.



Aufnahme der Familie Frei (v.l.n.r.): Beda, Marie-Theres, Othmar, Mutter Agnes Frei (*1907), Thomas, Vater Frei Othmar (1901–1980), Agnes Berger-Frei, Ruedi Berger-Frei, Antonia, 1965
Othmar Frei in der Kirche St. Leodegar, 03.06.2009
Othmar Frei vor dem Kirchenschatz von St. Leodegar, 29.03.2018


Stationen

1933 Othmar Frei wird am 13. Dezember in Cham als Sohn von Othmar (1901–1980) und Agnes (*1907) geboren. Er hat fünf Geschwister. Sein Vater führt an der Luzernerstrasse 23 eine Tierarztpraxis.

1941/1942 Die Familie zügelt an die Hünenbergerstrasse 11.

Nach der Primarschule besucht Frei die Stiftsschule in Engelberg und erwirbt dort die A-Matura. Danach studiert er am «Institut Supérieur de Philosophie» der Universität Leuven in Belgien Philosophie und anschliessend Theologie in Rom, Paris und Luzern. [1]

1961 Am 29. Juni wird Othmar Frei vom Basler Bischof Franziskus von Streng (1884–1970) zum Priester geweiht. Othmars Bruder Thomas (1938–2018) wird ebenfalls Priester und wirkt lange Zeit als Pfarrer in Horw LU. [2]

1961–1967 Frei arbeitet als Vikar in Grenchen SO. Er wird Teil des «Grenchner Arbeitskreis zur Erneuerung des Religionsunterrichts», der in der ganzen Schweiz ein neues, lebendigeres religiöses Lernen einführen will. 1967 wird Frei Sekretär der neu gegründeten Interdiözesanen Katechetischen Kommission (IKK). [3]

1968 Frei absolviert ein zweijähriges Zusatzstudium in Religionspädagogik an der Universität Freiburg im Uechtland. [4]

1975 Othmar Frei bekommt in Luzern eine Arbeitsstelle der IKK und kann bis 1997 deren Anliegen voranbringen. Er wohnt über 35 Jahre im Seminar St. Beat. [5]

1982 Frei wird mit einer religionspädagogischen Dissertation mit dem Titel «Der Religionsunterricht im Rahmen der Kinderpastoral nach der Synode 72» zum Doktor der Theologie promoviert. [6]

1982 bis 1996 Frei ist Dozent für Religionspädagogik für angehende Primarlehrerinnen und -lehrer am kantonalen Lehrerseminar in Luzern. [7]

1985 bis 1988 Frei ist Forschungsbeauftragter der Theologischen Fakultät Luzern. [8]

1990er-Jahre Othmar Frei wendet sich wieder vermehrt der Pastoral zu. Er hilft in den Pfarreien Buchrain LU, Perlen LU und Littau LU als Seelsorger aus. [9]

1993 bis 2005 Frei ist als Präfekt für die Leitung der Jesuitenkirche Luzern verantwortlich und initiiert unter anderem eine Stiftung für die musikalische Gestaltung von Gottesdiensten. [10]

seit 2006 Othmar Frei wirkt als Chorherr an der Hofkirche St. Leodegar in Luzern. [11]

2009 bis 2020 Frei ist Stiftspropst zu St. Leodegar. In seiner Freizeit widmet sich Othmar Frei der Musik und erforscht die ältesten Zeugnisse zu Niklaus von Flüe (1417–1487).

2022 Othmar Frei stirbt 88-jährig am 15. März. Er war drei Tage zuvor wegen eines Schwächeanfalls während der Messe in der St. Peterskapelle in Luzern gestürzt und hatte sich dabei schwere Kopfverletzungen zugezogen. Frei hatte sich sehr für den Erhalt dieser Kapelle als Gotteshaus eingesetzt.

Eine Publikation Freis zu den ältesten Zeugnissen zu Bruder Klaus steht kurz vor dem Abschluss. [12]


Würdigung

«Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil wurde der katholische Glaube nach jahrhundertealter Didaktik mit einem starren Frage-Antwort-Schema gelehrt. Dies zu ändern und den Religionsunterricht in der Schweiz zu modernisieren war das Werk von Othmar Frei.» [13]

In seiner Zeit als Vikar in Grenchen lernt Frei fortschrittliche Religionspädagogen kennen. Sie alle sind des staubtrockenen Katechismus mit seinem Frage-Antwort-Schema überdrüssig, orientieren sich am Erbe von Johann Heinrich Pestalozzi (1746–1827) des ganzheitlichen Lernens und gründen noch vor Konzilsbeginn den «Grenchner Arbeitskreis zur Erneuerung des Religionsunterrichts», der in der ganzen Schweiz die Katechese mit «Kopf, Herz und Hand» revolutionieren und lebendiger machen will. [14] Die Mitglieder des Arbeitskreises lassen sich von der Ingenbohler Schwester Oderisia Knechtle (1900–1978) in die Symboldidaktik einweisen. [15]

Als Frei mit 73 Jahren Chorherr von St. Leodegar wird, beschäftigt er sich intensiv mit dem Kirchenschatz, so erforscht er Reliquiare und den Kelch von Karl dem Kühnen (1433–1477), den die Eidgenossen bei der Schlacht von Grandson erbeutet und Luzern zugeteilt hatten. [16]

Verdient gemacht hat sich Frei auch für die Kirchenmusik und durch seine Forschungen zum Schweizer Nationalheiligen Bruder Klaus.


Erinnerung

Wenn Othmar Frei in den 1970er-Jahren bei seinen Eltern zu Besuch war oder in den Ferien weilte, gestaltete er hin und wieder den Gottesdienst in Cham. Wir Ministranten waren beeindruckt von seiner Persönlichkeit und von seinen Worten. Er erschien uns als sehr klug und belesen. [17]


Dokument

1510 Frei Othmar (1933–2022) Todesanzeige.jpg

Todesanzeige


Einzelnachweise

  1. https://www.kath.ch/newsd/luzern-trauert-um-den-ehemaligen-stiftspropst-othmar-frei/ [Stand: 20.03.2022]
  2. https://www.kath.ch/newsd/luzern-trauert-um-den-ehemaligen-stiftspropst-othmar-frei/, 20.03.2022
  3. https://www.kath.ch/newsd/luzern-trauert-um-den-ehemaligen-stiftspropst-othmar-frei/, 20.03.2022
  4. https://www.kath.ch/newsd/luzern-trauert-um-den-ehemaligen-stiftspropst-othmar-frei/, 20.03.2022
  5. https://www.kath.ch/newsd/luzern-trauert-um-den-ehemaligen-stiftspropst-othmar-frei/, 20.03.2022
  6. https://www.kath.ch/newsd/luzern-trauert-um-den-ehemaligen-stiftspropst-othmar-frei/, 20.03.2022
  7. Luzerner Zeitung, 16.03.2022
  8. Luzerner Zeitung, 16.03.2022
  9. Luzerner Zeitung, 16.03.2022
  10. Luzerner Zeitung, 16.03.2022
  11. Luzerner Zeitung, 16.03.2022
  12. Luzerner Zeitung, 16.03.2022
  13. NZZ am Sonntag, 20.03.2022
  14. https://www.kath.ch/newsd/luzern-trauert-um-den-ehemaligen-stiftspropst-othmar-frei/, 20.03.2022
  15. Grossrieder, Hans, Schwester Oderisia Knechtle von Appenzell, in: Innerrhoder Geschichtsfreund 23, 1979, S. 94–96
  16. NZZ am Sonntag, 20.03.2022
  17. Erinnerung von Thomas Fähndrich, Cham, 20.03.2022