Estermann Nikolaus (1852–1907)

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Der in Beromünster geborene Nikolaus Estermann wird 1883 Kaplan im Kirchbühl. Er ist vielseitig interessiert und begeistert sich für Kirchenmusik, Naturwissenschaften und die Geschichte. Während sieben Jahren ist er Organist und leitet in seiner Chamer Zeit auch den Männerchor und den Kirchenchor Cham-Hünenberg.

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Vorname: Nikolaus
Nachname: Estermann
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 23. Dezember 1852
Geburtsort: Beromünster LU
Todesdatum: 18. August 1907
Todesort: Beromünster LU
Beruf: Kaplan, Musiker




Stationen

1852 Am 23. Dezember wird Estermann in Beromünster LU geboren. Er besucht die Schule am Chorherrenstift Beromünster. [1]

1873 Estermann wechselt an die Stiftsschule in Einsiedeln. Eine besondere Begabung zeigt er für die naturwissenschaftlichen Fächer Mathematik und Physik. [2]

1881 Nach der Matura und dem Theologiestudium in Luzern wird Estermann am 17. Juli zum Priester geweiht. Seine Primiz, die erste Messfeier, zelebriert er eine Woche später in der Wallfahrtskapelle im Gormund bei Neudorf LU. Zwei Jahre arbeitet er als Vikar in Richenthal LU. [3]

1883 Der 30-jährige Estermann wird Kaplan im Kirchbüel. Er liebt die Kirchenmusik und übernimmt die Leitung des Kirchenchors Cham-Hünenberg und des Männerchors Cham. Zudem wird Estermann Organist. An der Sekundarschule Cham unterrichtet er naturwissenschaftliche Fächer. [4]

1888 An der Generalversammlung des kantonalen Cäcilienvereins treten verschiedene Kirchenchöre aus den Gemeinden auf. Der Kirchenchor Cham-Hünenberg unter der Führung von Nikolaus Estermann überzeugt. Der Berichterstatter in den Zuger Nachrichten schreibt: «Aussprache, Dynamik und Rhythmus dürften auch den schärfsten Kritiker befriedigt haben.» [5]

1890 Kaplan Estermann wird als Organist und Chordirektor ans Chorherrenstift Beromünster berufen. [6] Einige Wochen später entsteht eine Polemik zwischen dem Zuger Volksblatt – der Zeitung der liberalen Kräfte – und den Zuger Nachrichten – der Parteizeitung der Katholisch-Konservativen. Im Volksblatt wird im Mai eine anonyme Einsendung publiziert, die Estermann ein Verhältnis mit einer Sängerin des Kirchenchors unterstellt und dabei auch auf den bevorstehenden Wegzug nach Beromünster anspielt: «Das Tagesgespräch in hier bildet die „geistige” Verlobung zweier musikalischer Kräfte. Die Verlobungskarte soll aus so dickem Stoff bestehen, dass für deren Weiterbeförderung nach Münster ein Möbelwagen nicht genüge.» [7] Die Redaktion der Zuger Nachrichten stellt drei Tage später empört klar, dass es sich bei diesem Gerücht «um eine reine Erfindung» handle. [8]. In einer weiteren Ausgabe wird dem anonymen Einsender geraten, künftig keine derartigen Verleumdungen mehr zu publizieren. Die Volksblatt-Redaktion wird von der Zuger Nachrichten scharf für ihren «Kuhstall-Stil» kritisiert. <Zuger Nachrichten, 31.05.1890</ref>

Seine letzten 17 Jahre verlebt Estermann in seinem Geburtsort Beromünster. Neben der Kirchenmusik ist er mit der Aufsicht über die Wälder des Chorherrenstiftes betraut. Am Gymnasium erteilt er zudem Gesangsunterricht. [9]

1907 Nikolaus Estermann stirbt am 18. August.


Würdigung

«An dem Dahingeschiedenen war jeder Zoll ein Praktiker. Davon zeugen seine früheren sinnreichen elektrischen Vorrichtungen in seinem Amtshause in Cham. In naturwissenschaftlichen, in geschichtlichen Fragen, in der Landesgeschichte, besonders in der Lokalgeschichte seiner engeren Heimat war er zu Hause.» [10]


Einzelnachweise

  1. Iten, Albert, Tugium Sacrum. Der Weltklerus zugerischer Herkunft und Wirksamkeit bis 1952, Stans 1952, S. 486
  2. Nekrologe der verstorbenen Mitglieder, in: Der Geschichtsfreund 62, 1907, S. XXIII–XXVI
  3. Nekrologe der verstorbenen Mitglieder, in: Der Geschichtsfreund 62, 1907, S. XXIII–XXVI
  4. Nekrologe der verstorbenen Mitglieder, in: Der Geschichtsfreund 62, 1907, S. XXIII–XXVI
  5. Zuger Nachrichten, 30.05.1888
  6. Neue Zuger Zeitung, 15.03.1890
  7. Zuger Volksblatt, 21.05.1890
  8. Zuger Nachrichten, 24.05.1890
  9. Nekrologe der verstorbenen Mitglieder, in: Der Geschichtsfreund 62, 1907, S. XXVI
  10. Nekrologe der verstorbenen Mitglieder, in: Der Geschichtsfreund 62, 1907, S. XXVI