Bütler Max (1890–1958)

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Portrait von Bütler Max (1890–1958)
Portrait von Bütler Max (1890–1958)

Vorname: Max
Nachname: Bütler
Geschlecht: männlich
Geburts­datum: 22. März 1890
Geburt­sort: Cham ZG
Todes­datum: 18. Januar 1958
Todes­ort: Cham ZG
Beruf: Bauingenieur
Amt: Kantonsrichter
Religion: römisch-katholisch
Partei: Freisinnig-Demokratische Partei FDP

Max Bütler war ein Chamer Bauingenieur, Geologe und Kantonsrichter. Er machte sich unter anderem mit seinen geologischen und archäologischen Forschungen zum Zugersee einen Namen in der Fachwelt.




Stationen

1890 Max Bütler kommt am 22. März in Cham im Haus Maienrain beim Schloss St. Andreas zur Welt. [1] Er besucht die Primar- und Sekundarschule in Cham, danach die Kantonsschule Zug. Er studiert Ingenieurwissenschaften in Charlottenburg D und München und schliesst als Bauingenieur ab. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs arbeitet Bütler im Ruhrgebiet. [2]

1914 Nach dem Kriegsausbruch kehrt Bütler nach Cham zurück und findet bei der Nestlé & Anglo-Swiss Condensed Milk Company eine Anstellung.

1921 Als die Firma Nestlé schwächelt und auch Leute entlässt, zieht Max Bütler weiter und findet Beschäftigung bei Schweizer Baufirmen. [3]

1927 Baufachmann Bütler wird Mitglied der kantonalen Liegenschaftsschätzungskommission (bis 1930). [4]

1929 Für zwei Jahre wirkt Bütler als Mitglied des Kantonsgerichts, er vertritt die Freisinnigen (bis 1930). [5]

1930 Nach den Plänen von Ingenieur Bütler wird nördlich des Eisenbahntrassees am westlichen Lorzenufer in der Tradition des Heimatstils ein Bootshaus erbaut. Der lang gestreckte, grün bemalte Bau unter dem markanten Halbwalmdach mit seinen langen Schleppgauben und mit beidseitigen Quergiebeln ist eine Fachwerkkonstruktion und es ist in Grösse und Gestaltung im Kanton Zug ein seltener Vertreter aus der Bauzeit um 1930. Es ist im Verzeichnis der geschützten Denkmäler der Gemeinde enthalten. [6]

1939–1945 Während des Zweiten Weltkriegs übernimmt Bütler die Leitung für den Bau von Militärbauten, unter anderem auf dem Beatenberg BE. [7]

1958 Bütler stirbt ledig und im Alter von 68 Jahren am 18. Januar im Städtli in Cham. [8]


Die Person Bütlers

Max Bütler lag das Herz nicht auf der Zunge. «War das ein Glück, mit dem eher verschlossenen Menschen (...) ins Gespräch zu kommen, der fand einen liebevollen und mitteilsamen und ebenso begeisterten Dozenten seiner Auffassungen. (...) Halbheiten konnten ihn aber zu scharfer Kritik herausfordern, die er aber sachlich und konstruktiv begründete.» [9]

Max Bütler war ein «ausgezeichneter Kenner des Zugerlandes». Seit seiner Kindheit interessierte er sich vor allem für geologische, geomorphologische und auch archäologische Fragen. Er ist Mitglied der 1928 gegründeten Vereinigung für Zuger Urgeschichte (später Archäologischer Verein Zug), arbeitet in den 1930er Jahren bei der Erforschung der Pfahlbauersiedlung Cham-St. Andreas mit und gilt als Entdecker der «Steinberge» – bis heute nicht klar gedeutete hügelartige Steinkonzentrationen – im Flachwasser vor dem Chamer Seeufer. [10]


Publikationen von Max Bütler (Auswahl)

  • Beitrag zur Hydrometrie des Zugersees: rechnerische Ermittlung der Verdunstung vom 16.–25. August 1919; in: Mitteilungen des Reussverbandes 5, 1921, Nr. 1, S. 1–2
  • Bau und Bild des Zugerlandes, in: Zuger Neujahrsblatt 1925, S. 19–28
  • Prähistorische und historische Wasserstände des Zugersees, in: Mittelschule 11, 1925, Nr. 1, S. 1–4
  • Skizzen aus der Lokalgeologie von Rotkreuz und Umgebung, in: Heimatklänge 1939, S. 33–34
  • Über Strandlinienverschiebungen des Zugersees. Das Problem eines urzeitlichen Binnensees, in: Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft für Urgeschichte 32, 1941/1942, S. 218–221
  • Über die Topographie von Cham, in: Volksfreund 1942, Nr. 7
  • Über den Uferschlipf in Zug am 5. Juli 1887, in: Heimatklänge 1947, S. 109–110
  • Der Zugersee. Seine geologischen, hydrologischen und klimatischen Verhältnisse, in: Zuger Neujahrsblatt 1950, S. 31–43
  • Nacheiszeitliche Seespiegelschwankungen und Strandlinienverschiebungen am Zugersee, in: Schweizerische Bauzeitung, 68/40, 1950, S. 552–555
  • Ein Naturschauspiel auf dem Zugersee, in: Zuger Neujahrsblatt 1957, S. 41–43


Einzelnachweise

  1. Zuger Historiographen, Bio-Bibliographie von 1912–1977, 125 Jahre Zuger Verein für Heimatgeschichte, Sektion des Historischen Vereins der V Orte, Zug 1977 (Beiträge zur Zuger Geschichte 2), S. 64f.
  2. Zuger Volksblatt, 22.01.1958
  3. Vgl. Anmerkung 2
  4. Bibliothek Zug, Personenkatalog Zumbach
  5. Staatsarchiv Zug, Zuger Personen- und Ämterverzeichnis [Stand: 01.01.2021]
  6. Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug, Verzeichnis der geschützten Denkmäler der Gemeinde Cham, Grundstücknummer 303 [Stand: 02.11.2020]
  7. Vgl. Anmerkung 2
  8. Zuger Kalender 1959, Chronik 18.01.1958
  9. Vgl. Anmerkung 2
  10. Reinhard, Jochen et al., «Steinberge» im Flachwasser des nördlichen Zugerseeufers. Aktuelle Tauchprospektionen auf altbekannten Fundstellen, in: Tugium 1936, 2020, S. 89–100, hier: S. 91, Anm. 11