Lebensmittelladen Lindencham

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Der Usego-Laden an der Lindenstrasse 18 in Lindencham, um 1968
Mina Meier-Truttmann (1932–2002, links) führte zusammen mit ihrer Schwägerin Margrith Truttmann-Kaufmann (1934–2020) den Laden. Die Schwägerin übernahm jeweils die Ferienvertretung und führte später den Dorfladen im Quartier Duggeli
Neben «Prima Fleischkäse» verkaufen Mina Meier-Truttmann (rechts) und Margrit Truttmann-Kaufmann viele Produkte des täglichen Lebens
Das Haus an der Lindenstrasse 18 mit dem Usego-Laden

Bis 1997 konnten die Menschen in Lindencham Lebensmittel einkaufen: zuerst in Meiers Usego-Laden, später bei der Familie Hochstrasser im Vis-à-Vis-Laden.


Chronologie

1961 Mina Meier-Truttmann (1932–2002) übernimmt gemeinsam mit ihrem Ehemann Josef (1919–1996) den Lebensmittelladen von Heinrich (1891–1971) und Sofie Hausheer-Karrer (1907–2000); dieser befand sich am Standort der heutigen Liegenschaft Lindenstrasse 21. Mina Meier-Truttmann stammt aus Bauen UR, ihr Mann Josef arbeitet zusätzlich in der Papierfabrik Cham. Meiers haben vier Kinder: Rita (*1953), Josef («Joe», 1957–2009), Maria (*1959) und Claudia (*1964). [1]

1962/1963 Das Bauunternehmen von Jakob Baggenstos (1912–1986) realisiert an der Lindenstrasse 18 einen Neubau (Ass.-Nr. 780a). [2] Die Familie Meier bekommt die Möglichkeit, darin einen hellen und freundlichen Usego-Laden einzurichten. Nun können die Menschen aus Lindencham ein grösseres Sortiment von Lebensmitteln des täglichen Bedarfs einkaufen. [3]

1975 Mina und Josef Meier-Truttmann entscheiden sich, den Laden in Lindencham aufzugeben, um in ihr über alles geliebte und jedes Wochenende besuchte Eigenheim nach Bauen zu ziehen. Josef Meier arbeitet bis zu seiner Pensionierung weiterhin in der Papierfabrik Cham. Annemarie Hochstrasser-Schätti (1938–2019), eine gelernte Lebensmittelverkäuferin, und ihr Ehemann Hans (1932–2020) führen das Geschäft (später als Vis-à-Vis-Laden) weiter. [4]

1997 Hans und Annemarie Hochstrasser müssen den Laden am 28. Juni schliessen. Auch wenn ihr Hauslieferdienst beliebt ist, rentiert der Laden zu wenig, nicht zuletzt wegen der steigenden Zahl von Grossverteilern. Darum lässt sich auch kein Nachmieter finden und Lindencham verliert sein einziges Lebensmittelgeschäft. [5]


Anekdote

Um 1972/1973 herrschte in Cham ein Mangel an Turnhallen. Die Sekundarschüler (und nur die männlichen) mussten den Sportunterricht in der 1968 fertig gebauten Turnhalle im Schulhaus Hagendorn besuchen. Die Jugendlichen fuhren mit ihren Velos und (wer schon eins hatte) mit ihren Töfflis nach Hagendorn. Auf der Rückfahrt gab es jeweils bei «Meiers Lädeli» einen obligatorischen Halt, bei welchem sich die Jugendlichen nach dem Sportunterricht verköstigen konnten. [6]


Dokument

Zuger Zeitung, Freitag, 27.6.1997.jpg

Artikel zur Schliessung des Lebensmittelladens in Lindencham, Zuger Zeitung, 27.06.1997


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Einzelnachweise

  1. Freundliche Auskunft von Maria Arnold-Meier, Hagendorn, 10.06.2022
  2. Staatsarchiv Zug, G 617.6.8, Assekuranzregister Cham, 4. Generation (1960–1990), 3. Band
  3. Freundliche Auskunft von Maria Arnold-Meier, Hagendorn, 18.10.2022
  4. Freundliche Auskunft von Käthi Steinmann-Litschi, Lindencham, 18.10.2022
  5. Neue Zuger Zeitung, 27.06.1997
  6. Erinnerungen des damaligen Sekundarschülers Thomas Gretener, Cham, 16.09.2022