Eigensatz Johann (1889–1955)

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Der Entlebucher Priester Johann Eigensatz lebt und arbeitet nur während eines Jahres als Kaplan in Niederwil. Ab 1927 wirkt als Pfarrer in Obergösgen.

Portrait von Eigensatz Johann (1889–1955)
Portrait von Eigensatz Johann (1889–1955)

Vorname: Johann
Nachname: Eigensatz
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 30. November 1889
Geburtsort: Schüpfheim LU
Todesdatum: 6. September 1955
Todesort: Hildisrieden LU
Beruf: Geistlicher, Pfarrer, Kaplan
Religion: römisch-katholisch





Stationen

1889 Johann Eigensatz wird am 30. November in Schüpfheim LU geboren. [1] Er besucht das Kollegium Sarnen und studiert in Luzern. [2]

1917 Nach seiner Primiz wird Johann Eigensatz Kaplan in Grossdietwil LU. [3]

1919 Johann Eigensatz wird Kaplan in Niederwil. Allerdings bleibt er nur ein Jahr im Chamer Weiler. [4]

1920 Eigensatz kehrt in den Kanton Luzern zurück und wird Kaplan in Entlebuch. [5]

1927 Am 27. November tritt er seine Stelle als Pfarrer in Obergösgen SO an. Dort gründet er 1928 den Jünglingsverein (Jungmannschaft). [6]

1942 Mit im Zweiten Weltkrieg muss sich Pfarrer Eigensatz mit einer schweren Krankheit auseinandersetzen. Eine Operation, «die seine Kräfte vollständig aufbrauchte und ihn in eine tiefe Resignation fallen liess», wird unumgänglich. [7]

1945 Nach 18 Jahren als Pfarrer in der Pfarrei St. Maria in Obergösgen wird er Kaplan in Hildisrieden LU. Es ist seine letzte Wirkungsstätte. [8]

1955 Er stirbt am 6. September.


Erinnerungen an Johann Eigensatz von Mittelschullehrer Josef W. Kyburz aus Obergösgen SO

«Pfarrer Johann Eigensatz war meiner Beurteilung nach ein sehr ruhiger, vornehmer Pfarrherr, der niemandem etwas antun konnte. Wohl vermochte er nicht Begeisterungswellen hervorrufen. Er versuchte, seine Pflicht redlich, vornehm nach der damaligen christlichen Lehre zu erfüllen. Ich mag mich noch an vieles erinnern, obschon ich noch viel mehr vergessen habe, weil es mir wahrscheinlich nicht sonderlich auffiel. Pfarrer Eigensatz war eigentlich mein Jugendpfarrer. Bei ihm besuchte ich in meiner Primarschulzeit den Religionsunterricht und lernte fleissig die Katechismusfragen auswendig. Er zog mich schon früh als Ministrant nach und wie es dazumal Brauch war, musste ich auch ganze Wochen lang jeden Morgen im Gottesdienst ministrieren, am Sonntag oft an zwei Messen. Weil ich nahe bei der Kirche wohnte und vielleicht auch noch begeisterungsfähig war, musste ich wohl auch mehr antreten als alle andern. Ich bin Pfarrer Johann Eigensatz noch einen besondern Dank schuldig. Während ich die Bezirksschule Lostorf besuchte meinte meine Mutter, vielleicht unterstützt von Pfarrer Eigensatz, ich sollte Priester werden. Auf jeden Fall unterrichtete er mich mit ersten Lektionen in Latein, sodass ich nach Abschluss der Bezirksschule die erste Klasse im Internat überspringen konnte. Wahrscheinlich hat er auch meinen Eltern das Kapuzinerinternat St. Fidelis in Stans empfohlen und mich auch dort angemeldet. Ich habe das nie bereut. Ich habe mich später beruflich anders entschieden, bin aber Pfarrer Eigensatz zu Dank verpflichtet, dass er mir zur Mittelschul-Bildung verhalf. Pfarrer Johann Eigensatz konnte nicht den strafenden Vorgesetzten spielen. Wer aber während den Gottesdiensten, Andachten und Sonntags-Christenlehren sich in der Kirche nicht ordnungsgemäss still verhielt, spürte dafür eine etwas härtere Hand seiner Schwester und Köchin Karolina Eigensatz. Anderseits hatte Pfarrer Eigensatz auch mit den Kirchenbehörden nicht lauter Sonnenschein, die waren halt immer etwas rauere Sitten gewohnt. Wie ich in einem andern Kapitel erwähnte, haben etwas aktivere Jungmänner seinen Stiel nicht mehr goutiert und der Kirchenrat hat nachgeholfen mit der Bitte an Bischof Dr. Franziskus von Streng (1884–1970), den krankheitshalber geschwächten Pfarrer an eine weniger anspruchsvolle Stelle zu versetzen. Pfarrer Eigensatz nahm die Pfarrhelferstelle in Hildisrieden an, wo er noch einige Jahre bis zu seinem Tod in der Kaplanei lebte.» [9]


Einzelnachweise

  1. Kyburz, Josef W., Jubiläumsschrift 50 Jahre neue Pfarrkirche und Orgelrestauration, röm.-kath. Pfarrei Obergösgen, Obergösgen 2006, S. 128
  2. Iten, Albert, Tugium Sacrum. Der Weltklerus zugerischer Herkunft und Wirksamkeit bis 1952, Stans 1952, S. 484
  3. Iten, Albert, Tugium Sacrum. Der Weltklerus zugerischer Herkunft und Wirksamkeit bis 1952, Stans 1952, S. 484
  4. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/505
  5. Iten, Albert, Tugium Sacrum. Der Weltklerus zugerischer Herkunft und Wirksamkeit bis 1952, Stans 1952, S. 484
  6. Kyburz, Josef W., Jubiläumsschrift 50 Jahre neue Pfarrkirche und Orgelrestauration, röm.-kath. Pfarrei Obergösgen, Obergösgen 2006, S. 133
  7. Kyburz, Josef W., Jubiläumsschrift 50 Jahre neue Pfarrkirche und Orgelrestauration, röm.-kath. Pfarrei Obergösgen, Obergösgen 2006, S. 133
  8. Kyburz, Josef W., Jubiläumsschrift 50 Jahre neue Pfarrkirche und Orgelrestauration, röm.-kath. Pfarrei Obergösgen, Obergösgen 2006, S. 133
  9. Kyburz, Josef W., Jubiläumsschrift 50 Jahre neue Pfarrkirche und Orgelrestauration, röm.-kath. Pfarrei Obergösgen, Obergösgen 2006, S. 134f.