Biberseerwäldli

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Das Biberseewäldli von Nordosten, im Vordergrund der südliche Teil des Weilers Bibersee, im Hintergrund die Rigi


Das kleine Waldstück umfasst knapp eine Hektare und liegt auf einer Anhöhe südlich des Weilers Bibersee an der Gemeindegrenze zu Steinhausen. Das Wäldchen existierte sicher bereits im 17. Jahrhundert und wurde damals Biberseerholz respektive Biberseerhölzli genannt.

Das Biberseewäldli von Westen her aufgenommen, 15.07.2018
Das Biberseewäldli von Nordosten, im Hintergrund die Rigi, 15.07.2018


Chronologie

1642 Im Rahmen des zweiten grossen Hexenprozesses in Stadt und Amt Zug unter Ammann Beat II. Zurlauben (1597–1663) wird auch Barbara Borsinger aus Steinhausen der Hexerei angeklagt. Nach der Folter gibt sie zu, dass «der Böss Geist [= der Teufel] jn eines Mans gestalt ... vor 14 Jahren jmm Biberseherhöltzlj zue jhren khommen» sei und sie verführt habe. Barbara Borsinger wird am 30. August vom Zuger Scharfrichter enthauptet. [1]

1832 Auf der vom Zürcher Kartografen und Panoramenzeichner Heinrich Keller angefertigten aquarellierten Bleistiftzeichnung sind der Weiler Bibersee und das südlich liegende Biberseerwäldli in Vogelschauansicht gezeichnet. [2]

um 1845 Auf der 1845/46 aufgenommenen Karte des Genfer Kartografen Claude Marie Jules Anselmier (1815–1895) ist das kleine Gehölz kartiert.

1862–1864 Die Eisenbahnstrecke der Schweizerischen Nordostbahn NOB von Zürich durch das Knonaueramt nach Zug, Cham und weiter nach Luzern wird am 31. Mai nach zweijähriger Bauzeit eröffnet. Das neue Eisenbahntrassee führt unmittelbar östlich am Biberseerwäldli vorbei. [3]

1887 Im Topografischen Atlas von Hermann Siegfried (1819–1879) ist das kleine «Biberseerwäldli» eingetragen. Bezüglich Ausdehnung und Gestalt hat die Waldfläche im Vergleich zu heute kaum grössere Veränderungen erfahren.

2018 In amtlichen Plänen wie dem Grundbuch taucht die Bezeichnung Büelwäldli auf. Dieser Name ist aber bei der heimischen Bevölkerung nicht gebräuchlich. Das kleine Gehölz gehört zwei Landwirten aus Bibersee. [4]


Aktueller Kartenausschnitt

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Einzelnachweise

  1. Staatsarchiv Zug, A 105/3, fol. 147r
  2. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 176, 278
  3. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 95f.
  4. www.zugmap.ch, Einträge Grundstücknummern 746 und 2326 [Stand: 04.03.2018]. Dittli, Beat, Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten, Zug 2007, Bd. 1, S. 193f., 319