Baumgartner Heinrich (1846–1904)

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Portrait von Baumgartner Heinrich (1846–1904)
Portrait von Baumgartner Heinrich (1846–1904)

Vorname: Heinrich
Nachname: Baumgartner
Geschlecht: männlich
Geburts­datum: 24. Mai 1846
Geburt­sort: Cham ZG
Todes­datum: 13. Oktober 1904
Todes­ort: Cham ZG
Beruf: Lehrer

Heinrich Baumgartner ist ein Chamer Geistlicher. Er ist ein Mitgründer des Lehrerseminar St. Michael in Zug und während 24 Jahren der erste Direktor. Zudem wirkt er als Erziehungsrat und Schulinspektor und prägt mit seiner Einstellung das Zuger Schulwesen während Jahrzehnten.




Stationen

1846 Heinrich Baumgartner kommt am 24. Mai als Sohn von Matthias und Anna Marie Baumgartner-Luthiger in Cham zur Welt. [1] Seine Eltern bewirtschaften einen Bauernhof. Nach den Schulen in Cham folgt das Gymnasium in Zug und die Klosterschule Einsiedeln. Schliesslich studiert er Theologie in Mailand, Freiburg, Tübingen, Luzern und Solothurn. [2]

1870 Nach der Priesterweihe in Solothurn feiert Baumgartner in seiner Heimatgemeinde Cham das erste Messopfer. [3] Er wird Priester und Kaplan in Steinhausen.

1871 Nun folgt eine Anstellung als Gymnasiallehrer für Grammatik in Zug, dazu übernimmt Baumgartner das Rosenkranz-Benefiziat.

1872 Er wird Lehrer für Syntax und Benefiziat zu St. Karl in Zug.

1873 Mitgründer der Lehranstalt im Seehof, dann des Kollegiums St. Michael mit Pensionat und Realschule.

1880 St. Michael wird zum freien katholischen Lehrerseminar erweitert. Baumgartner wird der erste Seminardirektor (und bleibt es bis zu seinem Tode).

1887 Baumgartner wird Mitglied des kantonalen Erziehungsrats, Schulinspektor und Präsident der Lehrmittelkommission für die Volksschule.

1904 Baumgartner stirbt am 13. Oktober mit 58 Jahren. An der Abdankung nehmen die Abgeordneten der Bischöfe von Chur und Basel, die Vertreter der Zuger Regierung, der Erziehungsrat und rund 50 Geistliche teil. [4]


Würdigung

Baumgartner ist «Jahrzehnte lang der führende Kopf des zugerischen Schulwesens», zudem tritt er «als pädagogischer Schriftsteller hervor». Er ist eine «bescheidene und liebenswürdige, gütige und milde Seele». [5] Baumgartner wird so charakterisiert: Bei ihm besteht «zwischen Gemüt, Intelligenz und Wille eine seltene Harmonie». [6] Er ist «schon zu seinen Lebzeiten hochangesehen auch weit über die Grenzen des schweizerischen Vaterlandes hinaus.» [7]

Titelblatt «Blätter der Erinnerung»


Werke

Eine Auswahl von Heinrich Baumgartners Schriften:

  • Leitfaden der Erziehungslehre, besonders für Lehrer und die es werden wollen, Zug 1885
  • Pädagogik oder Erziehungslehr: mit besonderer Berücksichtigung der psychologischen Grundlang für Lehrer und Erzieher, Freiburg im Breisgau 1895
  • Joh. Heinrich Pestalozzi’s Leben, Wirken und Bedeutung, Zug 1896
  • Psychologie oder Seelenlehre: mit besonderer Berücksichtigung der Schulpraxis für Lehrer und Erzieher, Freiburg im Breisgau 1899
  • Geschichte der Pädagogik mit besonderer Berücksichtigung des Volksschulwesens, Freiburg im Breisgau 1902


Einzelnachweise

  1. Iten, Albert, Tugium sacrum. Der Weltklerus zugerischer Herkunft und Wirksamkeit bis 1952, Stans 1952, S. 152
  2. Iten, Albert, Tugium sacrum. Der Weltklerus zugerischer Herkunft und Wirksamkeit bis 1952, Stans 1952, S. 152f.
  3. Nachruf Heinrich Baumgartner, Seminardirektor, Separatdruck aus der Zeitung «Vaterland», 20.–22.10.1904
  4. Zuger Neujahrsblatt, Chronik 13.10.1904
  5. Iten, Albert, Tugium sacrum. Der Weltklerus zugerischer Herkunft und Wirksamkeit bis 1952, Stans 1952, S. 152f.
  6. Nachruf Heinrich Baumgartner, Seminardirektor, Separatdruck aus der Zeitung «Vaterland», 20.–22.10.1904
  7. Nachruf Heinrich Baumgartner, Seminardirektor, Separatdruck aus der Zeitung «Vaterland», 20.–22.10.1904