Schönbrunner Georg (um 1510–1568)

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Vorname: Georg
Nachname: Schönbrunner
Geschlecht: männlich
Geburt­sort: Zug
Todes­ort: Zug
Beruf: Ratsherr, Obervogt, Landvogt
Religion: römisch-katholisch

Der Zuger Ratsherr Georg Schönbrunner war wie sein Onkel Heinrich als Obervogt in der stadtzugerischen Vogtei Cham. Möglicherweise lebte er auch einige Jahre auf Schloss St. Andreas.



Wappenscheibe von Georg Schönbrunner von 1544, von einem unbekannten (Luzerner?) Künstler, mit der Stifterinschrift «Jerg Schöbruner»


Stationen

um 1510 Georg aus dem Ratsherrengeschlecht der Schönbrunner wird in der Stadt Zug geboren. Ein Geburtsjahr ist nicht überliefert. Auch über seine Ausbildung ist nichts bekannt. [1]

1523 Georgs Vater Wolfgang Schönbrunner stirbt. [2] Georg wächst möglicherweise im 1521 erbauten Schönbrunnerhaus in der Stadt Zug auf. [3]

1533 Georg Schönbrunner hält Hochzeit mit Magdalena Wyss, der Tochter von Schultheiss Heinrich Wyss aus Bremgarten («der Ehren vnnd Tuggentreichen Junckfrauwen Magdalena Wyssin von Bremgartten»). [4]

1534 Georg erhält ein erstes Amt: Er wird Obervogt in Cham. [5]

1537 Sein Onkel Ratsherr Heinrich Schönbrunner (1498–1537) stirbt [6] und überlässt Georg offenbar auch das Schloss St. Andreas. [7]

Sicher führt Georg das Tagebuch von seinem Onkel Heinrich weiter. Allerdings stammen nur wenige Einträge von ihm. Georg überliefert Informationen zu seiner Hochzeit, die Todesdaten seines Onkels Heinrich und dessen Frau Anna Iten (1541) sowie eine kurze Schilderung der Auszüge von Innerschweizer Söldnern in französischen Diensten ins Piemont im Jahr 1542. [8]

1539 Ob Georg Schönbrunner zumindest zeitweise auch auf St. Andreas lebt, ist nicht belegt, aber durchaus möglich. Eine Beziehung in den Raum Ennetsee ist sicher da. Zum zweiten Mal wird Georg Obervogt in Cham. [9]

1542 bis 1548 Georg Schönbrunner wird Grossweibel der Stadt Zug. [10]

1543 bis 1552 Als Söldner (Fähnrich und Hauptmann) steht Schönbrunner immer wieder in französischen Diensten und zieht u.a. in die Picardie. [11]

1546 Als Obervogt verwaltet er zwei Jahre lang die Vogtei Hünenberg. [12]

1548 bis 1560 Schönbrunner wird Richter: 1548, 1557 und 1562 sitzt er im Grossgericht, 1549 und 1560 im Zuger Wochengericht. [13]

1549 bis 1568 Georg Schönbrunner gehört nun dem Rat der Stadt Zug an.

1556 Schönbrunner nimmt als Vertreter des Standes Zug an der Innerschweizer Gesandtschaft [14] zum Amtsantritt von Papst Paul IV. (1476–1559) in Rom teil. Die Gesandtschaft überbringt dem Papst die Glückwünsche der Eidgenossenschaft und bittet um Mittel und Lehrer für ein Priesterseminar in der Innerschweiz. Der Papst verleiht den Gesandten die Ritterwürde. [15]

1558–1560 Schönbrunner verwaltet als Landvogt für zwei Jahre die Landvogtei Locarno. [16]

1560 Heinrich Schönbrunner (gest. 1562?), möglicherweise ein Sohn von Georg, verkauft das Schloss St. Andreas angeblich an einen Ulimann Strickler aus Uri. [17] Er könnte mit jenem Heini Schönbrunner aus der Stadt Zug identisch sein, der 1562 in der Schlacht von Blainville in Frankreich stirbt. [18]

1562–1564 Der inzwischen wohl rund 50-jährige Schönbrunner übernimmt noch kleinere Aufgaben: Er wird Pfleger von St. Wolfgang und Zwingherr in Vogtei Oberrüti AG. [19]

1568 Georg Schönbrunner nimmt das Amt als Obervogt in Steinhausen an. Er stirbt in der Fastenzeit des Jahres, also zwischen dem 10. März und 17. April. [20]

Einzelnachweise

  1. Georg Schönbrunner hat offenbar in der Stadt Zug einen Namensvetter, der Schlosser ist und etwa zur gleichen Zeit sicher in der Stadt Zug lebt. Dieser Jörg Schönbrunner stirbt 1562 in Frankreich in den Hugenottenkriegen in der Schlacht von Blainville. Vgl. Bürgerarchiv Zug, A 39.26.0.884, Ratsprotokolle der Stadt Zug 1471–1623, fol. 158r (02.06.1536). Bergmann, Uta, Die Zuger Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts, Bern 2004 (Corpus Vitrearum Schweiz, Frühe Neuzeit 4), S. 187
  2. Staatsarchiv Zug, P 200.135, S. 42
  3. Hess, Rudolf, Die zugerischen Geschichtsschreiber des 16. Jahrhunderts, Zug 1951
  4. Staatsarchiv Zug, P 200.135, S. 44
  5. Vgl. Anmerkung 1 (Bergmann), S. 186
  6. Staatsarchiv Zug, P 200.135, S. 44
  7. Der Zuger Lokalhistoriker Bonifaz Staub (1816–1887) erwähnt in seinem Artikel ein «Vermächtnis», ohne eine Primärquelle anzugeben. Vgl. Staub, Bonifaz, Schloss, Capelle und Caplanei St. Andreas; ein historischer Versuch, in: Der Geschichtsfreund 5, 1848, S. 41
  8. Staatsarchiv Zug, P 200.135, S. 44f. Vgl. Anmerkung 3 (Hess), S. 72–77
  9. Vgl. Anmerkung 1 (Bergmann), S. 186
  10. Zurlaubiana, Acta Helvetica 76/166 (14.05.1542)
  11. Vgl. Anmerkung 1 (Bergmann), S. 186f.
  12. Vgl. Anmerkung 1 (Bergmann), S. 186
  13. Vgl. Anmerkung 1 (Bergmann), S. 186
  14. Luzern Heinrich Fleckenstein (gest. 1589); Uri: Josue von Beroldingen (1495–1563); Schwyz: Pannerherr Christoph Schorno (1505–1592); Unterwalden: Melchior Lussy (1529–1606)
  15. Vgl. Anmerkung 3 (Hess), S. 73
  16. Vgl. Anmerkung 1 (Bergmann), S. 187
  17. Vgl. Anmerkung 7 (Staub), S. 41, Anm. 2 «nach einer (unzuverlässigen) Handschrift in St. Andreas»
  18. Vgl. Anmerkung 3 (Hess), S. 72. Vgl. Anmerkung 1 (Bergmann), S. 200
  19. Vgl. Anmerkung 1 (Bergmann), S. 187
  20. Vgl. Anmerkung 1 (Bergmann), S. 187