Oehen Franz (1834–1909)

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Vorname: Franz
Nachname: Oehen
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 14. Februar 1834
Geburtsort: Lieli LU
Todesdatum: 8. April 1909
Todesort: Zuchwil SO
Beruf: Geistliche, Pfarrer, Kaplan
Religion: römisch-katholisch

Franz Oehen war drei Jahre Kaplan in Niederwil. Nach einem Aufenthalt in Rom arbeitete er anschliessend in verschiedenen Pfarreien in den Kantonen St. Gallen und Thurgau.




Stationen

1834 Franz Oehen wird am 14. Februar in Lieli LU geboren. Er studiert an der katholischen Fakultät in Tübingen Theologie. [1]

1864 Die Priesterweihe erhält er mit 29 Jahren am 6. Januar. [2]

1865 Seine erste Anstellung erhält Franz Oehen als Kaplan in Walenstadt SG. [3]

1867 Franz Oehen wird Kaplan in Niederwil und zieht ins dortige Kaplanenhaus. [4]

1869 Kaplan Oehen bewirbt sich für die Lehrerstelle («Professur») für die französische und italienische Sprache im «Handelsinstitut Neu-Frauenstein» des Menzingers Johann Baptist Staub (1833–1879) in Zug. Er unterliegt mit einer Stimme Lehrer Elsener von Menzingen. [5]

1870 In der «Volkszeitung» des aargauischen Verlegers Josef Zehnder (1810–1896), einem überzeugten Radikalliberalen und Kulturkämpfer und von 1863 bis 1881 Stadtammann von Baden, wird Kaplan Oehen von anonymer Seite mit Verleumdungen eingedeckt. Die «Neue Zuger Zeitung» schiesst scharf gegen das «Zehnder’sche Schmutz- und Sudelblatt» zurück und verteidigt den Niederwiler Kaplan. Bei Oehen handle es sich um einen «pflichtgetreuen Geistlichen oder Beamten». [6]

Am 2. August gibt Kaplan Oehen seine Stellung in Niederwil auf. [7] Er zieht nach Rom, offenbar u.a. auch, um seine Italienischkenntnisse zu verbessern. Die Mitstudenten an der römischen Universität La Sapienza gehen nicht gerade zimperlich mit ihm um (vgl. unten). [8]

1872 Nach seinem Abstecher nach Rom kehrt Oehen nicht in die Innerschweiz zurück. Er wird Pfarrer in Bichwil SG. [9]

1876 Nach vier Jahren erhält er eine Stellung als Benefiziat in der Pfarrei von Flums SG. [10]

1883 Franz Oehen zieht von Flums in den Thurgau: Er wird Pfarrer in Rickenbach TG. [11]

1889 Oehen übernimmt eine letzte Aufgabe im Toggenburg: Er wird Beichtiger im Kapuzinnerinnenkloster St. Maria der Engel in Wattwil SG. [12]

1909 Oehen stirbt am 8. April im Asyl Bleichenberg in Zuchwil SO. [13]


Misshandlungen durch Mitstudenten im Rom

Die Neue Zuger Zeitung berichtet am 8. Februar 1871 über das «flegelhafte Benehmen» der Studenten der seit 1870 verstaatlichten Universität La Sapienza in Rom gegenüber Oehen: «Eines Tages aber wurde er bei seinem Eintritt in den Hörsaal von den Studenten mit lautem Lärm und wüstem Scharren empfangen und dieser Unfug dauerte auch fort, als der Professor bereits seinen Vortrag begonnen hatte. Ja, man ging noch weiter, zupfte den Herrn am Rock, stieß ihn unter den Bänken her mit Stöcken und warf ihm brennende Zündhölzchen an den Kopf, so daß der Fremde sich endlich gezwungen sah, um noch Aergeres zu vermeiden, den Hörsaal zu verlassen.» [14]


Einzelnachweise

  1. Neue Zuger Zeitung, 08.02.1871
  2. Iten, Albert, Tugium Sacrum. Der Weltklerus zugerischer Herkunft und Wirksamkeit bis 1952, Stans 1952, S. 522
  3. Vgl. Anm. 2
  4. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/498
  5. Zuger Volksblatt, 16.10.1869. Der Zuger Baumeister Leopold Garnin (1828–1904) erbaut 1869/1870 das viergeschossige Gebäude, die spätere Kantonsschule Athene
  6. Neue Zuger Zeitung, 02.02.1870
  7. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/499
  8. Neue Zuger Zeitung, 08.02.1871
  9. Vgl. Anm. 2
  10. Vgl. Anm. 2
  11. St. Galler Volksblatt, 17.02.1883
  12. Vgl. Anm. 2
  13. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham, A 1/500
  14. Neue Zuger Zeitung, 08.02.1871