Dancing im Neudorf-Center

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Ausgebrannt: das Dancing «Manhattan Club» im Neudorf Center, 2003

Im Untergeschoss des Neudorf-Center befindet sich seit 1983 ein Tanzlokal. Zuerst heisst es «Tamango», dann «Freudenhaus», schliesslich «Manhattan Club». Das Untergrundlokal nimmt ein schlimmes Ende mit Brandanschlag und mehreren Verurteilungen zu Gefängnisstrafen.


Chronologie

1983 Seit Mai ist das Dancing Tamango in Betrieb und täglich bis zwei Uhr in der Früh geöffnet. Das Patent läuft auf Heidi Zürcher, Eigentümer ist Alfred («Fredy») Baer, der auch das «Plaza» am Kirchenplatz betreibt. [1]

1984 Die Versuchsphase geht zu Ende. Das Lokal darf nur noch von Donnerstag bis Samstag bis zwei Uhr in der Früh geöffnet sein.

1986 Die Öffnungszeiten werden wieder ausgedehnt: Das «Tamango» hat an fünf Tagen pro Woche bis um zwei Uhr offen. Das Wirtepatent lautet jetzt auf Monica Signer (*1961), Bürgerin von Appenzell.[2]

1992 Ein neues Lokal versucht sein Glück: Die Disco «Freudenhaus» startet ihren Betrieb. Die Disco weist 80 Sitzplätze auf und wird von Karin Baer (*1971) geleitet. [3]

2002 In den Räumen von «Tamango» und «Freudenhaus» wird ein neues Tanzlokal eröffnet, der «Manhattan Club». «Neben House, aktuellen Charts und Hits aus den Siebziger und Achtzigerjahren werden lateinamerikanische Livebands und DJs zu hören sein.» Der Besitzer der Lokals ist Kevin Gabriel. [4]

2003 Ein Brandanschlag auf das Dancing wird verübt: Der Brandstifter bringt am 19. Juni 50 Liter Benzin ins Dancing, das sich selber entzündet. Darauf richtet eine Explosion im «Manhattan Club» grosse Sachschäden an, geschätzt werden diese auf eine Million Franken. 25 bis 30 Bewohner müssen evakuiert werden, 160 Rettungskräfte von Feuerwehr, Sanität und Polizei sind im Einsatz. [5]

2004 Der verheerende Brandanschlag ist geklärt: Der Täter handelte im Einverständnis mit dem Clubbesitzer. Als Tatmotiv wird Versicherungsbetrug vermutet. Das Schaden beträgt 1,6 Millionen Franken. [6]

2007 Der Brandstifter wird mit vier Jahren Zuchthaus bestraft, der Clubbesitzer versucht sich während der Gerichtsverhandlung damit herauszureden, er sei mit Schutzgeld erpresst worden. Das Gericht hält dies für möglich, aber bestraft den Besitzer dennoch mit dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe wegen Brandstiftung, versuchtem Betrug und Irreführung der Rechtspflege. [7]


Einzelnachweise

  1. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Tamango, Gastgewerbepolizei, 19.12.1986
  2. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Tamango, Gesuch vom 18.04.1986
  3. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Freundenhaus, Gesuch vom 01.04.1994
  4. Neue Zuger Zeitung, 04.09.2002
  5. Neue Zuger Zeitung, 10.07.2003
  6. Neue Zuger Zeitung, 28.09.2004
  7. Neue Zuger Zeitung, 18.09.2007