Bucher-Greter Willi (1923–2016)

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Portrait von Bucher-Greter Willi (1923–2016)
Portrait von Willi Bucher-Greter (1923–2016)

Namens­zusatz: Dr. sc. math.
Vorname: Willi
Nachname: Bucher-Greter
Geschlecht: männlich
Geburts­datum: 23. September 1935
Geburt­sort: Cham ZG
Todes­datum: 6. November 2016
Todes­ort: Cham ZG
Beruf: Mathematiker, Musiker, Organist

Willi Bucher war Mathematiker und Informatiker der ersten Stunde. Er war vielseitig begabt. Mit seiner Familie hat er an vielen Orten in der Schweiz gelebt und ist immer wieder nach Cham zurückgekehrt.



Hochzeitsfoto von Käthi und Willi Bucher, 1964
Familienfoto im Schlosspark St. Andreas (von links): Gertrude, Willi (kniend), Mutter Elisabeth Bucher (1911–2008), Walter, Vater Wilhelm Bucher (1902–1988), Rita, Margrit, Toni (kniend)
Brüder Bucher (von links): Walter, Toni und Willi


Stationen

1935 Willi Bucher wird am 23. September als ältester Sohn von Wilhelm (1902–1988) und Elisabeth Bucher-Stadelmann (1911–2008) in Cham geboren. Er ist der älteste der Familie, später bekommt er fünf Geschwister: Gertrude, Toni, Rita, Margrit und Walter.

Sein Vater ist Gärtner im Schloss St. Andreas. Die Familie wohnt im Waldschlupf im Schlosspark. [1]

1943 Willi Bucher besucht die 1. Primarklasse in Cham. Er äussert bereits damals den Wunsch, Missionar zu werden. [2]

1948 Bucher tritt ins Progymnasium der Missionsgesellschaft Bethlehem in Rebstein SG ein. Hier erfüllt sich für ihn ein grosser Wunsch. Er lernt Klavier spielen. In der Schule fasziniert ihn vor allem die Mathematik. «Das Fach Geschichte hasste er.» [3]

1955 Bucher erwirbt das Maturitätzeugnis Typus A im Missionsseminar Schöneck in Beckenried NW. Auch dieses Haus wird von den Missionsgesellschaft Bethlehem geführt, die ihre Zentrale in Immensee hat. Anschliessend absolviert er die Rekrutenschule. [4]

1956 Willi Bucher tritt als Priesteramtskandidat ins Missionsseminar in Beckenried ein. [5]

1958 Bucher verlässt das Missionsseminar, da er sich verliebt hat. Er denkt daran, Lehrer zu werden und absolviert die methodisch-pädagogische Vorprüfung am Lehrerseminar in Hitzkirch LU. [6]

1960 Bucher beginnt mit dem Studium der Mathematik an der Universität Freiburg im Uechtland. [7]

1963 Bucher schliesst sein Studium im Herbst erfolgreich ab. Er wird Assistent von Professor Alfred Frölicher (1927–2010). Im selben Jahr lernt Bucher Käthi Greter kennen. Sie ist Hebamme. [8]

1964 Willi Bucher und Käthi Greter heiraten am 31. März. [9]

1965 Ihr erster Sohn Willi kommt zur Welt, später folgen Werner (*1966), Lukas (*1968) und Matthias (*1972). Prof. Frölicher wird an die Universität Genf berufen. Sein Assistent Buch folgt ihm mit seiner Familie. [10]

1966 Willi Bucher verfasst seine Doktorarbeit an der Universität Genf auf Französisch. [11]

1967 Die Familie zieht nach Affoltern am Albis ZH. Bucher tritt eine Stelle als Mathematiker bei der Firma Maag Zahnräder AG in Zürich an. [12]

1972 Bucher wechselt die Stelle. Er arbeitet nun für vier Jahre am Rechenzentrum der ETH in Zürich. Daneben erwirbt Willi Bucher an der Akademie für Schul- und Kirchenmusik in Luzern das Orgeldiplom. [13]

1974 Die Familie Bucher zieht nach Cham. Willi Bucher wird zum Organist an der Kirche St. Jakob gewählt. [14]

1979 Und wieder werden die Zügelkisten gepackt. Familie Bucher zieht nach Bern. Bucher wird dort Vorsteher der Softwareschule Schweiz. [15]

1983 Bucher hält die Festrede zur Diplomierung an der Technikerschule für die Druckindustrie in Bern. Darin bezeichnet er die anbrechende Ära der Informatik als «Goldenes Zeitalter». [16]

Kurze Zeit später übernimmt Willi Bucher eine Stelle als Hauptlehrer für Mathematik und Informatik am Technikum Winterthur. Die Familie zieht nach Winterthur. Käthi und Willi Bucher erfüllen sich einen grossen Traum. Sie reisen mehrere Wochen durch Indonesien, wo sich Willi Bucher an einem Entwicklungsprojekt beteiligt. [17]

Die Buchers ziehen wieder ins Ennetseegebiet, auf den Kemberg. [18]

1994 Medizinische Untersuchungen ergeben, dass Willi Bucher an einer schweren chronischen Krankheit leidet. [19] Er kündigt seine Stelle in Winterthur. [20]

2016 Willi Bucher stirbt in der Nacht auf den 6. November mit 81 Jahren. Sein letzter Wohnsitz ist am Allmendweg in Cham. [21]


Würdigung

Willi Buchers Bildungsbiografie gleicht vielen anderen in dieser Zeit. In Familien, in denen eine höhere Bildung nicht selbstverständlich war, konnten viele das Gymnasium nur deshalb besuchen, weil ihr Weg zum Priester vorgezeichnet war. Vielleicht war es auch bei Willi Bucher so, dass Verwandte, Freunde und Bekannte seine Ausbildung mitfinanziert haben.

Willi Bucher hat sich dann mit gut 20 Jahren für einen anderen Weg entschieden. Er wurde zu einem brillanten Mathematiker, der die Anfänge der Digitalisierung miterlebt und mitgeprägt hat. Bucher war aber kein Mensch, der sich von der Technik verblenden liess. Er hat die Mikroelektronik kritisch betrachtet und hinterfragt. Ein eindrückliches Zeugnis dafür ist ein Artikel mit dem Titel «Gotthelf und die Mikroelektronik - Chips und Geist» im Berner Bund. [22] Bucher hat sein Wissen und Können mit Anderen geteilt. Er wurde Lehrer und hat immer wieder öffentliche Vorträge über Informatik gehalten. [23]

Seine Biografie wirkt sehr modern. Er hat immer wieder neue Herausforderungen gesucht und gefunden. Damit verbunden waren häufige Wechsel des Wohnorts.

Eindrücklich ist, dass er mit fast 50 Jahren das Diplom für Orgel erworben hat. Seine Liebe zur Musik zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben.

Missionar war sein Berufswunsch in der Kindheit. Mit seinem Entwicklungsprojekt in Indonesien hat er ihn auf anderem Weg ein Stück weit verwirklicht. Er blieb mit der Missionsgesellschaft Bethlehem zeit seines Lebens verbunden. Die Spenden anlässlich seines Todes kamen ihr zu Gute. [24]

Bucher war vielseitig begabt, auch im Sport. Als Linksfüsser sei er im Fussball ein gefürchteter linker Flügel gewesen. Seine Bestzeit über 80 Meter lief er 1959 in 9,5 Sekunden. [25]


Dokumente

1510 Bucher-Greter Willi (1923–2016) TA.jpg

Todesanzeige für Willi Bucher-Greter, 2016


Zeitungsartikel

Zeitungsartikel «Gotthelf und die Mikroelektronik - Chip und Geist», Der Bund, 08.02.1983


Einzelnachweise

  1. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016. Bucher, Walter, Start ins Leben im Schlosspark St. Andreas, 2. Auflage, Cham 2016
  2. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  3. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  4. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  5. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  6. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  7. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  8. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  9. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  10. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  11. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  12. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  13. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  14. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  15. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  16. Der Bund, 09.04.1983
  17. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  18. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  19. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  20. Neue Zürcher Zeitung, 09.11.1994
  21. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016
  22. Der Bund, 08.02.1983
  23. Aktiv, Gemeinsame Gewerkschafts-Zeitung des Christlichen Metallarbeiter-Verbandes der Schweiz (CMV), 04.04.1984
  24. Todesanzeige für Willi Bucher, November 2016, http://www.kotrefftwizhaw.ch/in_memoriam.php, 25.11.2021
  25. Neue Zuger Zeitung, 03.12.2016