Niederwil
Niederwil in Aufnahmen von 1946 und 2025: Vieles ist gleich geblieben, doch einige markante Änderungen: auf dem Foto von 1946 sind zahlreiche Obstbäume zu sehen, im aktuellen Bild fällt das Kiesabbaugebiet im Äbnetwald auf
Der Weiler Niederwil liegt knapp vier Kilometer nördlich vom Ortszentrum entfernt in einer stark genutzten Kulturlandschaft im Nordosten der Gemeinde Cham. Im Hoch- und Spätmittelalter ist Niederwil eine eigene Pfarrei mit kleiner Kirche, verliert diesen Status aber noch vor dem Beginn der Reformation. Niederwil hat seine starke landwirtschaftlich-kleingewerbliche Prägung erhalten und präsentiert sich als typisches Haufendorf mit einem weitgehend intakten Ortsbild.
Chronologie
Jungsteinzeit bis Mittelalter
3. bis 1. Jahrtausend v. Chr. Bereits in der Jungsteinzeit (Neolithikum) siedeln Menschen in Niederwil oder in der unmittelbaren Umgebung. Im nahe gelegenen Kiesabbaugebiet beim Äbnetwald ergraben die Zuger Archäologen Scherben von Tongefässen aus der sogenannten Glockenbecherkultur. Auch aus den nachfolgenden Epochen – der Bronzezeit (2200 bis 880 v. Chr.), der Eisenzeit (880 bis 15 v. Chr.) und der Römerzeit (15 v. Chr. bis 478 n. Chr.) finden sich rund um Niederwil zahlreiche Spuren im Boden. [1]
Herausragende Funde aus der Spätbronzezeit: Gefässe und Grabbeigaben aus einem äusserst reich ausgestatteten Brandgrab des Friedhofs Äbnetwald
7. bis 10. Jahrhundert (?) In Wiprechtswil – so erscheint das heutige Niederwil in den mittelalterlichen Schriftquellen – wird wohl bereits im ersten Jahrtausend nach Christus eine kleine Kirche gebaut. Archäologische und schriftliche Zeugnisse fehlen zwar, aber der bei frühen Kirchengründungen beliebte Patron Mauritius sowie der Umstand, dass die Kirche im Hochmittelalter (12./13. Jahrhundert) dann das Zentrum einer kleinen Pfarrei ist, weisen auf eine frühmittelalterliche Gründung hin. [2]
1185 Die Siedlung und die Kirche von Wiprechtswil werden erstmals in einer Urkunde von Hermann von Friedingen (gest. 1189), Bischof von Konstanz, erwähnt. [3]
13./14. Jahrhundert Im Verlauf des 13. und 14. Jahrhunderts führen Veränderungen in der Herrschafts- und Wirtschaftsorganisation auch im Ennetsee zu einem «Verdorfungsprozess», d.h. in Siedlungen wie Niederwil bilden sich zusammenhängende Dorffluren mit klaren Grenzen aus. Von diesen territorialen Einheiten – den Zehntbezirken – wird nun auch der Zehnt erhoben. [4]
46 Silberpfennige sind 2004 im Oberwiler Wald gefunden worden. Die Münzen tragen keine Jahreszahl, dürften aber aus der Zeit zwischen 1240 und 1270 stammen. Es sind nur leicht abgenützte Pfennige, die meisten hergestellt von der bischöflichen Münzstätte Konstanz. [5]
1368
Die Rechte an der Kirche Niederwil, die Zehntabgaben und weitere Güter gelangen zu einem unbekannten Zeitpunkt an die Ritter von Cham. 1368 schenken drei Schwestern Elisabeth, Margareth und Katharina aus diesem lokalen Adelsgeschlecht die Rechte in Niederwil dem Zisterzienserkloster Kappel am Albis. Neben dem bereits im Hochmittelalter bestehenden Meierhof existieren in Niederwil mindestens fünf kleinere Betriebe, die allesamt an Kappel gehen, ebenso die niedere Gerichtsbarkeit, d.h. die Rechtsprechung in Nutzungsfragen oder bei kleineren Vergehen wie etwa Holzdiebstahl. [6]
1472 Die Zisterzienserabtei Kappel am Albis und die Stadt Zug streiten um Hoheitsrechte in Niederwil. Die Stadt Zug beansprucht nicht nur das Blutgericht, d.h. die Urteilsgewalt bei schweren Straftaten wie Mord oder Hexerei, sondern auch die niedere Gerichtsbarkeit. Kappel hat im späten 15. Jahrhundert grosse wirtschaftliche und innerklösterliche Schwierigkeiten und kann seine Ansprüche kaum mehr durchsetzen. [7]
1477 Die Stadt Zug gewinnt im Verlauf des 15. Jahrhunderts im Ennetsee immer mehr an Einfluss. [8] Jakob von Cham (hier ist nicht der Ort Cham gemeint, die «von Cham» sind im Spätmittelalter eine bedeutende Stadtzürcher Familie), Propst am Grossmünster, verkauft sämtliche Rechte der Propstei an die Stadt Zug. Dazu gehören auch Zehntrechte in Niederwil. [9]
1510 Die Stadt Zug erwirbt wenige Jahre vor der Reformation vom Zisterzienserkloster Kappel sämtliche Rechte am «kilchli zuo Wiprechtswil» und weitere Güter und Rechte. Damit bestimmen die Zuger Bürgerversammlung und der Zuger Stadtrat in Niederwil nun mit. Der Kauf folgt einer systematischen Erweiterung des städtischen Untertanengebiets: Das ganze 15. Jahrhundert hindurch zieht die Stadt Zug verschiedene Rechte und Besitzungen im ganzen Ennetsee durch Kauf oder durch den Abschluss von Burgrechtsverträgen an sich. Niederwil ist nun ein Teil der Vogtei Cham – ein von der Stadt Zug aus verwaltetes Untertanengebiet. [10]
1513/1514 Die Kirchgenossen von Cham anerkennen am 27. Dezember 1513 die Niederwiler als neue Mitkirchgenossen. Hugo von Hohenlandenberg (1460–1532), Bischof von Konstanz, bestätigt nur wenige Tage später, am 7. Januar 1514, den Kauf der Rechte in Niederwil durch die Stadt Zug von 1510. [11]
Der «Freiheitsbrief von Niederwil» von 1537 regelt die Rechte der Niederwiler, Urkunden aus dem Archiv Einwohnergemeinde Cham
1537
In den unruhigen Zeiten nach der Reformation lassen sich bei vielen lokalen Nutzungsgenossenschaften Abschliessungstendenzen feststellen. Man fürchtet eine Verknappung der Ressourcen. Die Niederlassung und der Zugang zur gemeinsam genutzten Weide- und Waldallmend werden zusehends reglementiert. [12] In Nutzungsfragen gewährt die Zuger Obrigkeit (auch) den Niederwiler Genossen weitgehende Autonomie, «damit sy ire kinder und nachkomen sich dester baß erneren unnd ire guetter, huß unnd hoff dester baß erhalten und in eren gehaben mogendt.» (damit sie ihre Kinder und Nachkommen besser ernähren und ihre Güter, Häuser und Höfe besser erhalten und in Ehren halten können). Der Zuger Stadtrat bestätigt die Niederwiler Gemeindeordnung. Diese beinhaltet u.a.:
- Wer in Niederwil ein Lehen oder eigenes Gut erwirbt, muss drei Gulden Einzug bezahlen
- Holzfrevel und von den Genossen nicht bewilligter Holzverkauf wird mit Busse bestraft
- Es darf nur Vieh auf die Allmend getrieben werden, das dem Feldbau nicht schadet [13]
1556 Offenbar sind Ruhe und Frieden bei Kirchweihfesten in Niederwil nicht immer gewährleistet. Der Zuger Stadtrat verbietet die Chilbenen beim Ast und in Niederwil. [14]
17. bis 19. Jahrhundert
1627 Der Zuger Stadtrat schenkt den Niederwilern ein blau-weisses Zuger Fähnlein, das den Dorfbrunnen verschönern soll. [15]
1656 Die starken innereidgenössischen Spannungen zwischen den Katholiken und Reformierten entladen sich im 1656 im Ersten Villmergerkrieg. Die katholischen Orte der Innerschweiz bleiben siegreich. Aber obwohl in Bibersee, in Oberwil und in Niederwil Wachmannschaften von 26 bis 30 Mann stationiert sind, werden in unmittelbarer Nähe die Frauenthaler Höfe Hatwil und Islikon und das Wirtshaus im Dürrast von den Zürchern gebrandschatzt. [16]
1667 Auf der Landkarte des Zürcher Kartografen Hans Konrad Gyger (1599–1674) ist «Nider Wÿl» mit der Kapelle, gut einem Dutzend Liegenschaften und ausgedehnten Weinbergen östlich der Siedlung eingezeichnet. [17]
1712 Wieder kommt es zwischen den katholischen und den reformierten Orten zu einem Bürgerkrieg: Im Zweiten Villmergerkrieg bleibt nun das reformierte Lager – angeführt von Zürich und Bern – siegreich. Josef und Jakob Baumgartner aus Niederwil gehören zu den Gefallenen. Zürcher Truppen ziehen anschliessend plündernd durch das nördliche Chamer Gebiet. In Niederwil wird die Kapelle verwüstet. [18]

1746/1747 Die Niederwiler Kapellengenossen stiften eine Kaplaneistelle (Kaplaneipfrund). Gleichzeitig wird nordwestlich der Kirche ein Kaplanenhaus gebaut, das dem ersten Kaplan dem Einheimischen Beat Oswald Baumgartner (1722–1795), als Wohnhaus dient. Im Erdgeschoss wird eine Schulstube eingerichtet. [19]
1770 Die Niederwiler Genossen – es sind neun Besitzer von Gerechtigkeiten – verteilen ihr Allmendland. Das jahrhundertelang gemeinsam genutzte Land wird zum Privatbesitz. [20]
1770/1773 In der Vogteienkarte der Zuger Kartografen Franz Fidel Landtwing (1714–1782) und Jakob Joseph Clausner (1744–1797)) ist «Niderweil» eingezeichnet.
1798–1807 Mit der Invasion französischer Truppen ist die alte Vogtei Cham am Ende. Auch in Niederwil endet damit die Herrschaft der Stadt Zug. Die Niederwiler Gemeinde kauft den Zuger Bürgern 1804 und 1807 die alten Zehntrechte ab. Die Rechte an der Kirche Niederwil bleiben aber bis 1872 bei der Stadt Zug.
1846–1849 Die heutige Kirche wird nach Plänen von Baumeister Xaver Keller aus Sarmenstorf AG gebaut. [21] Am 26. April 1849 weiht Josef Anton Salzmann (1780–1854), Bischof von Basel, die Kirche ein. [22]
Die Kirche St. Mauritius auf einer undatierten Postkarte
1846/1852
Die nach der Allmendaufteilung im 18. Jahrhundert übrig gebliebenen Aufgaben – die Waldnutzung oder der Strassenunterhalt – werden unter den Genossen geregelt. Ab 1846 nennt man sich «Korporation» und 1852 beschliesst man, nun auch die Wälder unter den Gerechtigkeitsbesitzern aufzuteilen. [23]
ca. 1850–ca. 1880 In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandeln sich die Strukturen in der Landwirtschaft rasch und radikal: Schiffe und die Eisenbahnen bringen Getreide auch aus Übersee in die Schweiz. Die Bauern verkleinern die Acker- und die Obstbauflächen und produzieren zunehmend Milch und Käse. Seit 1866 produziert die Anglo-Swiss Condensed Milk Company in Cham Kondensmilch. Über 20 Landwirte mit 116 Kühen liefern Milch nach Cham.
1887 Die Landwirte von Niederwil, Oberwil, Bibersee und Steinhausen gründen die Milchverwertungsgenossenschaft Steinhausen-Wil. [24]
1887 Auf der Schweizerischen Landeskarte von Hermann Siegfried (1819–1879) sind in Niederwil rund 30 Liegenschaften eingezeichnet (Kirche, Wohnhäuser und Ökonomiegebäude). Drei Gebäude verfügen über eine Einfahrt.
1896 Niederwil erhält eine eigene Post-Zweigstelle.
1897/1898 Der Schulraum im Kaplanenhaus ist in einem schlechten Zustand. Ein Neubau drängt sich auf. Am westlichen Siedlungsrand entsteht nach den Plänen des Zuger Baumeisters Leopold Garnin (1828–1904) ein einfaches Landschulhaus. Am 16. Mai 1898 öffnet das Schulhaus für rund 50 Kinder seine Türen. [25]
20. Jahrhundert bis heute
1913 Auch um sich dem Preisdiktat des wichtigsten Abnehmers, der Anglo-Swiss, zu entziehen, gründen am 1. November die Niederwiler Bauern eine eigene Milchverwertungsgenossenschaft. [26]
Niederwil wird an das Stromnetz angeschlossen. [27]
1914 In einem Nebengebäude des Hofs Niederwil 5 richtet Gregor Grob (1879–1946) einen ersten Dorfladen ein: Im «Consumdepot Wyl» kann man Salz, Zucker, Mehl, Reis, Polenta, Kaffee oder Zichorie (Kaffeeersatz) kaufen. Im gleichen Jahr wird Niederwil ans Stromnetz angeschlossen. [28]
Das «Consumdepot Wyl» auf einer Postkarte, undatierte Aufnahme
1933
Die Wirtschaftskrisen in den 1920er Jahren setzen auch der Milchsiederei in Cham zu. Im Herbst 1932 kündigen die Fabrikbesitzer an, ab dem 1. November 1933 keine Milchfuhren mehr anzunehmen. Es bleiben nur wenige Monate Zeit, um in Niederwil eine eigene Käserei zu bauen. Zur Käserei wird ein Anbau mit Laden und Wohnung sowie ein Schweinestall erstellt. [29]
1937–1947 Die Korporation wandelt sich nun definitiv von der einstigen Waldnutzungsgenossenschaft zur Bodenverbesserungsgenossenschaft. Ziel ist eine Melioration des Gebietes zwischen Niederwil, Oberwil und Bibersee. [30]
1957 Niederwil erhält ein Schützenhaus mit Schiessstand, welches am 18. Mai feierlich eingeweiht wird. [31]
1977 Ein Brand vernichtet 1972 die Scheune der Familie Fuchs direkt vor der Kirche. Der Brand hat auch etwas Positives: Endlich gibt es Raum für einen schönen Dorfplatz. Am 2. Oktober kann der Dorfplatz eingeweiht werden. [32]
1991 Am 3. Juni erreicht erstmals ein Bus der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) den Dorfplatz von Niederwil. [33]
Der Schluss der Käserei: Im Frühjahr 2000 räumt «Toni» die Käserei aus und führt die Ausrüstung weg
2000
Nach dem die Käserei Niederwil während fast sieben Jahrzehnten u.a. die Firma Hirz in Hirzel ZH und die Toni Molkerei in Zürich mit qualitativ hochstehenden Produkten beliefert, beendet die Liberalisierung des Milchmarktes das Dasein der kleinen Landkäserei. In den verlassenen Räumen lassen sich neue Gewerbebetriebe nieder. [34]
2019 Niederwil behält auch in den ersten beiden Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts seine starke landwirtschaftlich-kleingewerbliche Prägung und präsentiert sich als typisches Haufendorf inmitten einer stark genutzten Kulturlandschaft. Der im 20. Jahrhundert wichtige Obstbau ist stark zurückgegangen.
Den zentralen Bereich des Weilers bilden die Kirche St. Mauritius, das Kaplanenhaus und der grosse Kirchenvorplatz. Die dörfliche Infrastruktur besteht einem Dorfladen (Käserei), einem Eventlokal («Trotte zum goldenen Schuh») und dem Schulhaus. Das Restaurant «Schmitte» ist seit über einem Jahr geschlossen.
In den letzten Jahrzehnten werden verschiedene Liegenschaften umgebaut und saniert, es entstehen aber nur wenige Neubauten. Die Übereinstimmung mit dem Erscheinungsbild auf der Siegfriedkarte von 1887 ist rund 130 Jahre später erstaunlich. «Niederwil entspricht in der Bebauung sowie in der Intaktheit seiner Umgebungen dem Idealbild eines Haufendorfs.» [35]
Fotobummel durch Niederwil
Bevölkerungsentwicklung im 18. und im 19. Jahrhundert
Die ersten Volkszählungen bis und mit derjenigen im Jahr 1850 müssen mit einer gewissen Vorsicht interpretiert werden. [36] Trotzdem lassen sich aus den Zählungen Hinweise zur damaligen Bevölkerung von Niederwil herauslesen.
1771 In der grossen Teuerungskrise ordnet der Zuger Stadtrat eine Volkszählung an. In Niederwil leben gemäss dieser Zählung in 16 Haushalten 74 Menschen (16 Männer, 12 Frauen, 26 Knaben und 20 Mädchen) mit den Nachnamen Baumgartner, Holzmann, Lässer, Schmid, Fähndrich, Kaufmann, Sennrich, Jans und Wettstein. Die 16 Haushalte verteilen sich auf 11 Liegenschaften. Den Viehbestand bilden 13 Ochsen, 26 Kühe, 9 Rinder (oder Kälber), 9 Schweine und 13 Hühner. [37]
1781 In der Volkszählung 1781 registriert Pfarrer Josef Martin Spillmann (1748–1827) in Niederwil 14 «Stuben» [38], in denen 90 Personen leben: 28 verheiratete Personen, 25 Jünglinge und 6 Jungfrauen, 16 Knaben und 13 Mädchen, 1 Witwe sowie 1 fremder Mann. Bemerkenswert ist in dieser Zählung – die quellenkritisch allerdings vorsichtig zu beurteilen ist – das Geschlechterverhältnis: In Niederwil stehen gemäss Pfarrer Spillmann 34 Frauen doch 56 Männern gegenüber.
1820 In seiner Kommunikantenzählung erfasst Gemeindeschreiber Oswald Hausherr (1793–1859) in Niederwil 61 Kommunikanten in 13 Haushaltungen. Es sind Angehörige der Familien Balmer, Baumgartner, Beck, Bütler, Gretener, Fähndrich, Hug und Kaufmann sowie Kaplan Franz Josef Keiser (1769–1823) und seine Haushälterin.
1850 Kurz vor dem Beginn der Industrialisierung ist die Bevölkerungszahl in Niederwil leicht angewachsen: 127 Einwohner in 16 Haushalten und 12 Häusern (durchschnittlich also 7.9 Personen pro Haushalt und 10.6 Personen pro Haus) werden in der Volkszählung von 1850 erfasst. [39] Es sind sechs Landwirte, zwei Schmiede, ein Schreiner, ein Zimmermann, ein Wagner, zwei Tagelöhner, der Tierarzt Alois Arnold und der Kaplan Andreas Walser (um 1805–1855) mit seiner Haushälterin Gertrud Meienberg. [40]
«Wo Hase und Fuchs sich Gute Nacht wünschen»
Niederwil in den Zuger Nachrichten von 1959: «Da leben in friedlichem Nebeneinander etwas mehr als 150 Frauen, Männer und Kinder. Es gibt ein Restaurant, das sich nicht einmal die Mühe nehmen musste, einen wohlklingenden Namen zu suchen (...). Man ist geneigt, noch beizufügen, dass sich eben hier Hase und Fuchs „Gute Nacht“ wünschen, ist die nächste Bahnstation doch fast eine Stunde entfernt. (...) Und wenn es etwas zu sagen gibt, so sagt das der Herr Kaplan oder der Herr Lehrer oder beide zusammen.»
Historische Karten
Gygerkarte 1667
Karte von Hans Conrad Gyger (1599–1674), 1667, Ausschnitt; um die Gebäude herum ist die Kirche zu erkennen
Vogteienkarte 1770/71
Ausschnitt der Vogteienkarte von Franz Fidel Landtwing (1714–1782), von Nieder Wyl nach Oberwyl bis zum Biberseeli
Siegfriedkarte 1887
Ausschnitt aus der Siegfried-Karte von 1887: Niederwil ist als Weiler gut auszumachen
Aktueller Kartenausschnitt
Einzelnachweise
- ↑ Gattiker, Werner et al., Mauritius, Milch & Münsterkäse. 100 Jahre Milchgenossenschaft Niederwil-Cham, Schwyz 2013, S. 17f., 26f. Hochuli, Stefan et al., Ausflug in die Vergangenheit. Archäologische Streifzüge durch den Kanton Zug, Basel / Frankfurt am Main 2019, S. 116–119
- ↑ Eggenberger, Peter / Glauser, Thomas / Hofmann, Toni, Mittelalterliche Kirchen und die Entstehung der Pfarreien im Kanton Zug, Zug 2008 (Kunstgeschichte und Archäologie im Kanton Zug 5), S. 204f.
- ↑ Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Abteilung 1, Urkunden, Bd. 1, Nr. 178, S. 87
- ↑ Baumgartner, Alex, Herrschaftswandel und Gemeindebildung im Zuger Ennetsee 1300 bis 1550, Lizentiatsarbeit Universität Zürich, Zug 1997, S. 27, 59f. Vgl. Anmerkung 2 (Eggenberger / Glauser / Hofmann), S. 27
- ↑ Gattiker, Werner et al., Mauritius, Milch & Münsterkäse. 100 Jahre Milchgenossenschaft Niederwil-Cham, Schwyz 2013, S. 98f
- ↑ Vgl. Anmerkung 2 (Eggenberger / Glauser / Hofmann), S. 204f. Vgl. Anmerkung 1 (Gattiker et al.), S. 33
- ↑ Urkundenbuch von Stadt und Amt Zug vom Eintritt in den Bund bis zum Ausgang des Mittelalters 1352–1528, 2 Bde., Zug 1952–1964. UBZG I, Nr. 1162, S. 608–610
- ↑ Büsser, Nathalie, Wenn Bürger zu Feudalherren werden. Die Stadt Zug und ihre abhängige Landschaft, in: Universum Kleinstadt. Die Stadt Zug und ihre Untertanen im Spiegel der Protokolle von Stadtrat und Gemeinde (1471–1798), Zug 2019, S. 94–96
- ↑ Urkundenbuch von Stadt und Amt Zug vom Eintritt in den Bund bis zum Ausgang des Mittelalters 1352–1528, 2 Bde., Zug 1952–1964. UBZG I, Nr. 1215, S. 633f.
- ↑ Urkundenbuch von Stadt und Amt Zug vom Eintritt in den Bund bis zum Ausgang des Mittelalters 1352–1528, 2 Bde., Zug 1952–1964. UBZG II, Nr. 1956, S. 949f.
- ↑ Urkundenbuch von Stadt und Amt Zug vom Eintritt in den Bund bis zum Ausgang des Mittelalters 1352–1528, 2 Bde., Zug 1952–1964. UBZG II, Nr. 2016, S. 973, Nr. 2018, S. 973
- ↑ Vgl. Anmerkung 1 (Gattiker et al.), S. 39f.
- ↑ Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen, VIII. Abteilung, Die Rechtsquellen des Kantons Zug, 2 Bde., Aarau 1971–1972, SSRQ 2, Nr. 1508, S. 831f. Vgl. Anmerkung 4 (Baumgartner), S. 59. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 1, Cham 1958, S. 260f.
- ↑ Bürgerarchiv Zug A 39.26.1, Ratsprotokolle der Stadt Zug 1552–1649, fol. 25r (26.09.1556)
- ↑ Bürgerarchiv Zug A 39.27.1, Ratsprotokolle der Stadt Zug 1627–1631, fol. 18r (19.06.1627)
- ↑ Zurlaubiana, Acta Helvetica 25/50, 127/163
- ↑ Dändliker, Paul, Der Kanton Zug auf Landkarten 1495–1890, Zug 1968, S. 44–47
- ↑ Vgl. Anmerkung 1 (Gattiker et al.), S. 40
- ↑ Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/472, A 1/473. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 168f.
- ↑ Sutter, Beatrice, Allmenden und Allmendaufteilungen im Kanton Zug im 18. und 19. Jahrhundert, dargestellt am Beispiel Cham und Ägeri, Lizentiatsarbeit Universität Zürich, Zürich 1986, S. 70
- ↑ Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, B 1/1149, B 1/1155
- ↑ Wochenblatt für die vier löblichen Kantone Ury, Schwytz, Unterwalden und Zug, 27.04.1849
- ↑ Vgl. Anmerkung 1 (Gattiker et al.), S. 44–52
- ↑ Vgl. Anmerkung 1 (Gattiker et al.), S. 60–62
- ↑ Vgl. Anmerkung 18 (Grünenfelder), S. 169f.
- ↑ Vgl. Anmerkung 1 (Gattiker et al.), S. 64–66
- ↑ Freundliche Mitteilung von Josef Grob, Niederwil, 13.05.2026
- ↑ Vgl. Anmerkung 1 (Gattiker et al.), S. 92f., 131
- ↑ Vgl. Anmerkung 1 (Gattiker et al.), S. 67–70
- ↑ Vgl. Anmerkung 1 (Gattiker et al.), S. 55–57
- ↑ Zugersee Zeitung, 24.05.1957
- ↑ Zuger Neujahrsblatt, Chronik 02.10.1977
- ↑ Vgl. Anmerkung 1 (Gattiker et al.), S. 92f.
- ↑ Vgl. Anmerkung 1 (Gattiker et al.), S. 77–87
- ↑ Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz ISOS Ortsbilder, Niederwil Gemeinde Cham Kanton Zug, Zürich 2000
- ↑ Glauser, Thomas / Hoppe, Peter / Schelbert Urspeter, 12 Bevölkerungsporträts: eine Auswertung der Volkszählung von 1850, in: Der Kanton Zug zwischen 1798 und 1850, Bd. 2, Zug 1998, S. 7. Morosoli, Renato, Zweierlei Erbe. Staat und Politik im Kanton Zug 1803–1831/47 nach den Erfahrungen von Ancien Régime und Helvetik, Dissertation Universität Zürich, Zug 1991, S. 27–33
- ↑ Bürgerarchiv Zug, A 34.8
- ↑ Stube ist nicht mit «Wohnhaus» gleichzusetzen. In einem Wohnhaus gab es durchaus mehrere Haushalte
- ↑ Vgl. Anmerkung 33 (Glauser / Hoppe / Schelbert), S. 115
- ↑ Vgl. Anmerkung 1 (Gattiker et al.), S. 52