Hübscher Leo (1861–1907)
Pater Leo Hübscher wuchs in der Blegi in Cham auf. Er wurde Mönch in Engelberg und wirkte die meiste Zeit seines Lebens in den USA, wo er auch starb. Er war vielseitig gebildet und setzte sich sehr für katholische Schulen ein.
Stationen
1861 Anton Hübscher wird als als ältestes Kind von Alois Hübscher und Barbara Bucher von Adiswil am 4. Dezember in Witwil, Gemeinde Gunzwil (LU) geboren. In Beromünster wird er auf den Namen Anton getauft. [1]
1862 Heinrich Hübscher-Winiger, der Grossvater von Anton, erwirbt von Michael Werder den Hof «Plegi» in Cham, auf den die Familie seines Sohnes Alois übersiedelt. Hier werden zehn weitere Kinder von Barbara und Alois Hübscher geboren. Die Hälfte ihrer elf Kinder wird in den geistlichen Stand treten. Maria Katharina (*1863) und Barbara Katharina (*1866) treten ins Kloster Maria–Rickenbach ein, Johann, Klostername: Bruder Niklaus, (1868–1904) und Meinrad Josef, Klostername: Pater Innozenz, (1876–1933) treten in den Kapuzinerorden ein. [2]
ab ca. 1868 Anton besucht die Schulen in Cham. [3]
1878 Anton besucht vier Jahre die Klosterschule in Einsiedeln. [4]
1882 Er tritt im Kloster Engelberg ins Noviziat ein. [5]
1883 Am 15. September legt er seine Profess ab und nimmt den Klosternamen Frater Leo an. Danach absolviert er in Einsiedeln zwei philosophische Kurse. [6]
1887 Am 10. Juli wird er durch den Bischof von Speyer, Josef Georg Ehrler, der zu dieser Zeit Gast im Kloster Engelberg ist, zum Priester geweiht. Am 14. August feiert er seine Primiz. [7]
Im September bricht er mit seiner leiblichen Schwester Barbara Katharina (*1866), die kurz vorher im Kloster Maria-Rickenbach Profess abgelegt hatte, nach Amerika auf. Ziel ist das von Engelberg neu gegründete Kloster Mount Angel in Oregon. [8]
Pater Leo Hübscher (vorne links) mit seinen Mitbrüdern im Kloster Mount Angel in Oregon USA, 1888
1889
Hübscher amtet ein Jahr lang als erster Redakteur des St.-Joseph-Blattes und studiert an der katholischen Universität in Washington. [9]
1891 Hübscher erwirbt das Lizentiat in Philosophie und studiert dazu noch englische Literatur. [10]
1892 Das Kloster Mount-Angel fällt einem verheerenden Brand zum Opfer. Weil Prior P. Adelhelm Odermatt auf eine fünfjährige Betteltour geht, um Geld für den Wiederaufbau zu sammeln, wird P. Leo stellvertretender Prior und ebenso provisorischer Rektor des Kollegs, wo er auch als Lehrer wirkt. [11]
1894–1897 Hübscher kehrt er nach Engelberg zurück, wo vier Jahre als Lehrer für Rhetorik an der Stiftsschule Engelberg wirkt. [12]
Pater Leo Hübscher, 1895/96
1897
Im September hält Leo Hübscher am Zuger Katholikentag in Baar eine Rede zum Thema «eine freie katholische Schule». [13] Die Neuen Zürcher Nachrichten dazu: «P. Leo Hübscher aus Amerika toastirte, das Verderben der konfessionslosen Schulen beleuchtend, auf die freie, konfessionelle Schule.» [14]
1897–1906 Hübscher geht wieder nach Amerika, dieses Mal als Seelsorger. Zunächst wirkt er an der St. Leonhardskirche in New York und ab 1901 als Pfarrer zu St. Joseph in Rhinland. Nachdem er kurz in die Schweiz zurückgekehrt ist, verbringt er anschliessend ein halbes Jahr in Brooklyn. [15]
1906 Anfang August übersiedelt er nach Oregon als Professor und Schriftleiter des weit verbreiteten deutschen St. Josephblattes. [16]
1907 In Portland (Oregon), wohin er sich wohl zu Beerdigung seines Mitbruders P. Anselm Wachter begeben hatte, stirbt P. Leo am 15. Juni mit 45 Jahren an einer Lungenentzündung. [17]
Würdigung
«Ein klarer, durchdringender Verstand war ihm eigen, dessen Ausbildung und Schulung ihn zum tüchtigen Philosophen machten. Doch noch charakteristischer war an ihm sein feuriger Geist, mit dem er alles aufgriff und durchführte. Diese Talente hat der eifrige Ordensmann gewissenhaft angewendet zur Ehre Gottes und zum Dienste der Menschheit. Was man ihm auftrug, dafür stellte er den ganzen Mann.» [18]
«Seine vielseitigen Geistesgaben kamen der jungen Klostergründung Mount Angel (Neu-Engelberg) in hohem Masse zugute. Er war ein begabter Sänger mit einer schönen Tenorstimme und ein sehr guter Musiker, vor allem im Klavier- und Orgelspiel. Und ebenfalls ein poetischer Dichter und Lyriker. Aber vor allem auch ein ausgezeichneter Prediger in deutscher und englischer Sprache.» [19]
Briefe und Publikationen
Von P. Leo Hübscher sind 23 Briefe in seinen Personalakten erhalten, fünf während des Studiums in Einsiedeln und 18 aus Amerika, in denen er Abt Anselm über verschiedene persönliche und klösterliche Schwierigkeiten, Ereignisse, Zustände, u. a. berichtete. Zudem publizierte Hübscher verschiedene Aufsätze:
- Ist das Christentum veraltet?, in: Pädagogische Blätter 4, 1897, S. 33–38.
- Religion und Sittlichkeit in der Schule, ebd. 4, 1897, S. 101–104.
- Affentheorie und Wissenschaft, ebd. 4, 1897, S. 161–164.
- Ursprung der heiligen Sakramente, ebd. 4, 1897, S. 275–279. [20]
Einzelnachweise
- ↑ https://professbuch.kloster-engelberg.ch/mediawiki/index.php/Leo_H%C3%BCbscher#cite_note-3, [Stand: 21.02.2025]; Albert Iten, Tugium Sacrum II, Zug 1973, S. 34
- ↑ Albert Iten, Tugium Sacrum II, Zug 1973, S. 34
- ↑ Neue Zürcher Nachrichten, 22.06.1907
- ↑ vgl. Anmerkung 1
- ↑ vgl. Anmerkung 1
- ↑ vgl. Anmerkung 1
- ↑ vgl. Anmerkung 1
- ↑ vgl. Anmerkung 1
- ↑ vgl. Anmerkung 1
- ↑ vgl. Anmerkung 1
- ↑ vgl. Anmerkung 1
- ↑ vgl. Anmerkung 1
- ↑ Zuger Nachrichten, 29.09.1897
- ↑ Neue Zürcher Nachrichten, 29. 09.1897
- ↑ vgl. Anmerkung 1
- ↑ vgl. Anmerkung 1
- ↑ vgl. Anmerkung 1
- ↑ Neue Zürcher Nachrichten, 20. Juni 1907
- ↑ vgl. Anmerkung 1
- ↑ vgl. Anmerkung 1