Biberseewald

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Der Biberseewald von Nordosten; am linken Bildrand das Marchsteinhölzli auf Zürcher Kantonsgebiet.

Rund vier Hektaren grosser Wald, der nördlich des Weilers Bibersee an der Kantonsgrenze zu Zürich liegt. Ehemals war das Gehölz Teil des Oberwilerwaldes, bis der Eisenbahnbau in den 1860er- und der Nationalstrassenbau in den 1970er-Jahren der Landschaft nördlich von Bibersee stark veränderte.

Der Biberseewald von Osten her aufgenommen, am linken Bildrand der Hof Bodenacher, 15.07.2018
Biberseewald, Ansicht von Norden
Holzlager
Biberseewald, Ansicht von Nordosten, im Hintergrund Rigi, Rooterberg und Pilatus


Chronologie

1638 In einem im Bürgerarchiv Zug aufbewahrten Urbar [= Güterverzeichnis] ist der «ober wÿler wald» zwischen Oberwil, Bibersee und dem zürcherischen Hasental erstmals in einer Schriftquelle fassbar. [1]

um 1845 Auf der 1845/46 aufgenommenen Karte des Genfer Kartografen Claude Marie Jules Anselmier (1815–1895) ist nördlich von Bibersee ein grosser Wald eingezeichnet. Durch den Wald verläuft der Fussweg von Bibersee nach Knonau.

1862–1864 In einer kurzen, nur zweijährigen Bauzeit entsteht die Eisenbahnstrecke der Schweizerischen Nordostbahn NOB von Zürich durch das Knonaueramt nach Zug, Cham und weiter nach Luzern. Am 31. Mai 1864 wird diese feierlich eröffnet. Das Eisenbahntrassee führt mitten durch das ehemalige Waldgebiet und trennt von nun an den kleinen Biberseewald vom westlich gelegenen Oberwilerwald. [2]

1887 Im Topografischen Atlas von Hermann Siegfried (1819–1879) ist der vom Gfängbach durchflossene Biberseewald eingezeichnet. Bezüglich Ausdehnung und Gestalt hat die Waldfläche im Vergleich zu heute kaum grössere Veränderungen erfahren. Der ganze Wald liegt damals noch innerhalb der Zuger Kantonsgrenzen.

1970 bis 1975 Der Bau der Autobahn N4 (heute A4) von Cham Blegi bis Knonau mit der offenen Linienführung verändert die Kulturlandschaft rund um den Weiler Bibersee. Die Arbeiten am Autobahntrassee werden 1975 eingestellt. Das über Jahrzehnte hinweg umstrittene Nationalstrassenteilstück von Cham Blegi bis zur Zürcher Westumfahrung wird erst 2009, also 34 Jahre später, eingeweiht.

2018 Heute verläuft die Kantonsgrenze durch den Biberseerwald. Das südöstliche Waldstück liegt im Kanton Zürich. Die Waldfläche auf Chamer Gemeindegebiet umfasst 3,39 Hektaren und gehört drei in Bibersee ansässigen Besitzern. [3]


Aktueller Kartenausschnitt

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Einzelnachweise

  1. Bürgerarchiv Zug, A 5.26.2., Urbar Cham, fol. 14v. Dittli, Beat, Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten, Zug 2007, Bd. 3, S. 457
  2. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 95f. Dittli, Beat, Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten, Zug 2007, Bd. 1, S. 194
  3. www.zugmap.ch, Einträge Grundstücknummern 2309, 2314 und 2315 [Stand: 04.03.2018]